Während andere gerade schlafen gehen, oder schon längst friedlich schlummern, beginnt für Pflegekräfte im Nachtdienst der Arbeitsalltag. Hier sind 5 Tipps, wie man die Nachtschicht am besten meistert.

Die Herausforderung der Nachtschicht

Bei der Nachtschicht arbeitet man im wahrsten Sinne des Wortes gegen die innere Uhr und den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Unser Körper ist so veranlagt, dass er den Ansprüchen von Arbeit am Tag und Ruhezeiten in der Nacht angepasst ist. Dieser biologische Rhythmus ist individuell. Das heißt, die einen können problemlos sehr früh aufstehen und produktiv sein, während andere erst in den Abendstunden auf Hochtouren kommen.

Der klassische Rhythmus, auf den all unsere Gewohnheiten und das gesellschaftliche Leben ausgelegt sind: Tag = Arbeit, Nacht = Schlaf

Trotzdem sind die Gewohnheiten und Ansprüche des Körpers auf einen Tag-Nacht-Rhythmus ausgelegt. Das wird oft an den Mahlzeiten nachvollzogen und daraus folgend an der verfügbaren Energie. Tagsüber sind die klassischen drei Mahlzeiten die Energielieferanten, die uns die Kraft für den Tag geben. Nachts schaltet der Magen-Darm-Trakt auf Energiesparen – große Mahlzeiten und schweres Essen haben dann den Effekt, dass sie uns eher Kraft rauben statt geben.

Da Pflege sich aber nicht nach Uhrzeiten richtet, ist es wichtig die Tricks zu kennen, um möglichst gut und energiegeladen durch die Nachtschicht zu kommen. Ein Nachtdienst, bzw. Schichtdienst im Generellen, stellt veränderte Ansprüche an den Körper. Demnach müssen wir unsere Gewohnheiten ändern, um den Körper bei den Umstellungen zu unterstützen.

5 Tipps, um die Nachtschicht zu meistern

1. Den Körper mit Licht überlisten

Eine helle Beleuchtung am Arbeitsplatz sorgt dafür, dass dem Körper Tageslicht vorgegaukelt wird. Durch das Licht wird die Müdigkeit verdrängt und man fühlt sich fitter.

Im Umkehrschluss ist es dann auch sinnvoll, nach Schichtende so gut es geht für Dunkelheit oder zumindest Dämmerlicht zu sorgen. Auf dem Weg nach Hause kann es zum Beispiel helfen, eine Sonnenbrille aufzusetzen. Und Zuhause im Schlafzimmer sollte man mit Rollladen oder verdunkelnden Vorhängen für die „richtigen“ Lichtverhältnisse sorgen.

2. Leichte Kost als Energielieferanten nutzen

Keine schweren Mahlzeiten während der Schicht. Der Magen-Darm-Trakt schaltet nachts auf Energiesparmodus. Leichte Kost wie Salat, Joghurt oder Quark sind gut verträglich und spenden Energie. Auch zu große Mahlzeiten und Zuckerbomben sollten vermieden werden und stattdessen alle drei bis vier Stunden kohlenhydrat- und proteinreiche Nahrung zu sich genommen werden.

3. Muntermacher mit Bedacht einsetzen

Muntermacher wie Kaffee oder schwarzer Tee helfen, um während der Schicht die Müdigkeit zu vertreiben. Aber vor allem gegen Ende der Schicht sollten diese Getränke nicht mehr zu sich genommen werden, um nach Arbeitsschluss zu Hause besser einschlafen zu können. Am besten ist, bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen einen Kaffeestopp einzulegen. Wer trotzdem Muntermacher braucht: ein Glas kühles Wasser kann genauso wirksam sein.

4. Für Bewegung sorgen

Bewegung wirkt oft sogar besser als Kaffee. Einfach mal aufstehen und eine Runde gehen regt die Blutzirkulation an und bringt den Kreislauf in Schwung. Je nach Arbeitsaufgaben ist mangelnde Bewegung nicht das Problem, aber unter Umständen muss man bei einer ruhigen Nachtschicht bewusst dafür sorgen.

5. Auch nach der Schicht richtig handeln

Die Herausforderung ist, nach der Nachtschicht bei Tagesanbruch einschlafen zu können, während gefühlt der Rest der Welt in den Alltag startet. Bestimmte Rituale helfen dem Körper, um schläfrig zu werden und in den Pausenmodus zu schalten. Dabei muss jeder selbst herausfinden, was ihm am besten hilft: Ein heißes Bad, ruhige Musik oder ein Hörbuch, oder auch einfach Ohrstöpsel ins Ohr um sich von den Umgebungsgeräuschen abzuschirmen.

Individuelle Strategien entwickeln

Letztendlich geht es darum, verschiedene Dinge auszuprobieren, um zu merken, was einem hilft. Denn was dem einen guttut, muss für den anderen nicht unbedingt auch die Lösung sein. Indem man darauf achtet, was einem selbst hilft und auf welche Maßnahmen man wie reagiert, kann man eigene Strategien entwickeln.

Die hier genannten Tipps sind natürlich auch auf andere Berufsfelder anzuwenden, in denen Nachtdienste gefordert sind – beispielsweise Feuerwehrleute oder Polizisten. Diese Berufe sind genau wie der Pflegejob wichtig für die Gesellschaft und die Menschen und können daher nicht einfach nachts pausieren. Deshalb ist es umso wichtiger, Strategien zu entwickeln, um auch im Nachtdienst leistungsfähig zu sein.

Hier sind übrigens noch fünf weitere praktische Tipps für den Umgang mit dem Schichtdienst im Generellen: „5 Tipps für den Schichtdienst, die wirklich helfen“.