Mindestens einmal jährlich wird jedes Pflegeheim und jeder ambulante Pflegedienst vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) geprüft. Oft bestehen Ängste und Unsicherheiten, weil man glaubt, nicht richtig vorbereitet zu sein.

Das beinhaltet die Prüfung

Bei der Qualitätsprüfung geht es vor allem um eine gute Pflege und medizinische Betreuung der Pflegebedürftigen. Dazu überprüft der MDK in der Pflegeeinrichtung eine Reihe von Kriterien: Die Pflege und medizinische Versorgung, der Umgang mit demenzkranken Bewohnern in der Pflegeeinrichtung, die Betreuung und Alltagsgestaltung sowie das Wohnen, die Verpflegung, die Hauswirtschaft und Hygiene. Darüber hinaus werden ausgewählte Bewohner zu ihrer persönlichen Einschätzung ihrer Pflegeeinrichtung bzw. ihres Pflegedienstes befragt.

Von den Landesverbänden der Pflegekassen und in verschiedenen Vergleichsportalen im Internet – zum Beispiel auf den Internetseiten der Krankenversicherungen – werden die Pflegeeinrichtungen mit den nach der Prüfung erstellten Transparenzberichten aufgelistet. Anhand dieser Prüfberichte ist es auch für Interessenten und potentielle Bewohner möglich, verschiedene Pflegeeinrichtungen zu vergleichen und das Haus oder den Pflegedienst zu finden, das den eigenen Bedürfnissen besonders entgegenkommt.

Dementsprechend sind die vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen vergebenen Noten für die Pflegeeinrichtung auch eine Empfehlung.

Es gibt drei verschiedene Arten von Qualitätsprüfungen: die Regelprüfung wird einmal im Jahr durchgeführt. Darüber hinaus sind Anlassprüfungen möglich, die zum Beispiel infolge einer Beschwerde vorkommen. Und schließlich die Wiederholungsprüfung, die in einem zeitlichen Abstand zur Regel- oder Anlassprüfung erfolgt, um festzustellen, ob beanstandete Mängel in der Zwischenzeit beseitigt wurden. Die Prüfungen werden der Pflegeeinrichtung immer kurzfristig am der Prüfung vorausgehenden Arbeitstag angekündigt. Die Prüfer des MDK verfügen über pflegerisches Fachwissen sowie über Kenntnisse zu den Qualitätsmanagementsystemen der Einrichtungen.

Dem MDK die Prüfung so einfach wie möglich machen

Eine gute Grundlage für die Prüfung hat eine Pflegeeinrichtung, wenn sie mindestens einmal im Jahr die eigene Einrichtung anhand der Qualitätsprüfungs-Richtlinie (QPR) bewertet und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen einleitet.

Einfache, aber wichtige Elemente einer MDK Prüfung führen schnell zu einer Abwertung bei den Noten, obwohl diese Punkte mit wenig Aufwand im täglichen Ablauf behoben werden können: so kann bereits eine fehlende Schulung der Mitarbeiter in Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen eine schlechtere Beurteilung nach sich ziehen, obwohl hier eine alle zwei Jahre stattfindende Auffrischungsschulung für alle Mitarbeiter in Pflege und Betreuung ausreichen würde.

Ordner fürs Beschwerdemanagement: mit Beschwerdeerfassungsbögen für Angehörige und Bewohner beginnt das dokumentierte Beschwerdemanagement. Und auch die Bearbeitungen werden dazu im Ordner abgelegt, das erleichtert dem MDK die Prüfung.

Bei den Mahlzeiten sollte im Rahmen eines mindestens 90-minütigen Zeitfensters die Möglichkeit bestehen, selbst zu bestimmen, wann man seine Mahlzeit einnehmen möchten. Dies kann einfach mit einem Vermerk auf dem Speiseplan umgesetzt werden. Und natürlich sollte der Speiseplan in einer seniorengerechten, gut lesbaren Schrift erstellt werden und allen barrierefrei zugänglich gemacht werden.

Grundsätzlich ist alles entspannter, wenn man sich nicht auf jede einzelne MDK-Prüfung vorbereitet, sondern die pflegerische Tätigkeit generell unter Berücksichtigung der Qualitäts-Prüfungsrichtlinie durchführt.

Dokumentiert werden sollte auch eine aktive Kommunikation mit den Ärzten, die im Falle von Akuterkrankungen, Unfällen, Notfällen und Veränderungen des Gesundheitszustands der Bewohner hinzugezogen werden. Die Pflegedokumentation sollte enthalten, für welche Bewohner welche Maßnahmen eingeleitet wurden. In die Dokumentation wird dann auch die Durchführung der Maßnahmen inklusive der Nachweise aufgenommen.

Auch zur Sterbebegleitung sollte ein Konzept vorhanden sein, das zum Beispiel Absprachen der Bewohner über Wünsche zur letzten Lebensphase und zum Vorgehen nach dem Tod enthält. Das Konzept sollte auch die Möglichkeit beinhalten, psychologische und seelsorgerische Sterbebegleitung zu vermitteln.

Die Richtlinien sollen keine Hürde sein, sondern eine Orientierung im Alltag bieten, die ihren Beitrag dazu leisten kann, den Überblick zu behalten und ordentliche Arbeit abzuliefern. Mit der richtigen Einstellung kann eine MDK-Prüfung statt zur Last zur wahren Kür werden.