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Die gesellschaftliche Entwicklung ist eindeutig: Unsere Bevölkerung wird immer älter. In der Pflege kommt erschwerend hinzu, dass sich immer weniger junge Menschen für eine Ausbildung in der Pflege interessieren. Gründe dafür sind der harte Alltag, die Bezahlung, aber mitunter auch das mangelnde Ansehen, das die Pflege manchmal genießt. Folge dieser Entwicklung ist, dass die Pflegekräfte immer älter werden.

FAKTENCHECK

Wie sehen die Zahlen konkret aus? Zwischen 2000 und 2011 hat sich der Anteil der Mitarbeiter in der Pflege, die über 50 sind, nahezu verdoppelt. Der Anteil der Mitarbeiter zwischen 30 und 50 stieg dagegen nur um gut 10 %. Im Gegensatz dazu ist der Anteil der Mitarbeiter unter 35 sogar um mehr als 14% geschrumpft. Die Tendenz ist eindeutig und die Zahlen machen die unweigerliche Folge deutlich: Die Mitarbeiter in der Pflege werden immer älter.

DER JOB IST HART, DIE BELASTUNG HOCH

Von den Pflegenden wird viel gefordert: Anfragen von der Wohnbereichsleitung, den Arbeitskollegen, Angehörigen und Ärzten fordern ständige Aufmerksamkeit.  Die Arbeit ist zudem auch körperlich anstrengend. Dabei muss, trotz der Belastung, stets höchste Professionalität bei der Pflege und den Umgang mit den Patienten gelten, die den Mitarbeitern auch psychisch viel abverlangt.

Alles zusammen fordert über die Jahre seinen Tribut: Menschen bauen naturgemäß mit der Zeit immer mehr ab.

Je stärker eine Person im Alltag gefordert wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kräfte irgendwann nachlassen.

Die Arbeitsmarktsituation und die demographische Entwicklung zeigen einen eindeutigen Trend: Immer weniger Pflegekräfte stehen immer mehr Pflegebedürftigen gegenüber, Nachwuchs fehlt – das Pensum wird härter.

PROBLEME ERKENNEN – VORTEILE NUTZEN

Höheres Alter ist für Pflegepersonal aber nicht nur mit Nachteilen verbunden. Ein großes Plus ist das breite bereits erworbene Wissen, die Erfahrung und die Routine, die gestandenes Pflegepersonal mitbringt. Schnell zu wissen, was zu tun ist, spart Zeit und damit Energie. Von dieser Berufserfahrung kann im Idealfall das ganze Pflegeteam profitieren.

Werden ältere Pflegekräfte sinnvoll eingesetzt, hat das einen positiven Effekt, zum Beispiel für Teams, die Pflegeprozesse in einem Haus optimieren wollen.

Dabei ist es nicht nur wichtig Mitarbeiter zu Wort kommen zu lassen, deren kreative Ideen frischen Wind bringen. Optimale Verbesserungen in der Pflege resultieren aus der Zusammenarbeit, aus einem kompetenten Zusammenspiel von Routine und Kreativität.

Junge Mitarbeiter können auch individuell profitieren, indem z.B. Patenprogramme installiert werden. Auf den Wissensdurst neuer Mitarbeiter kann so mit dem Wissensschatz älterer Mitarbeiter reagiert werden. In Patenschaften bedingt sich die Weitergabe von Wissen dabei gegenseitig: Positiver Nebeneffekt der Zusammenarbeit ist, dass frisches Wissen die älteren Mitarbeiter erreicht – eine Win-Win-Situation, aus der alle als Gewinner hervorgehen und nebenbei zu einem guten Arbeitsklima beitragen.

Manchmal müssen Arbeitgeber dem Personal auch zuarbeiten und entgegenkommen. Mitarbeiter höheren Alters klagen des Öfteren darüber, dass sie nicht ernst genommen werden. Es ist in diesem Fall wichtig jüngeren Mitarbeitern bewusst zu machen, dass ältere Mitarbeiter kein notwendiges Übel sind. Sie stellen viel mehr eine Chance dar, von jahrelanger Berufserfahrung zu profitieren.