Es gibt immer mehr Studiengänge im Bereich des Gesundheitswesens, aus denen hochqualifizierte Pflegekräfte hervorgehen sollen. Die Idee ist gut, in der Praxis gibt es Probleme.

Mit Bachelor ins Krankenhaus

Immer mehr Hochschulen bieten Studiengänge an, die sich im Rahmen der Pflege bewegen. Das ist angesichts der aktuellen Nachfrage nach kompetenten Pflegekräften auch kaum verwunderlich. In den letzten Jahren steigt die Zahl von Studiengängen stetig an – und zwar deutlich schneller als in anderen Bereiche. Generell wandern immer mehr Ausbildungsberufe an die Hochschule: Früher war die Pflege ganz klar ein Ausbildungsberuf. Zu Zeiten von Diplom bzw. Magisterstudiengängen gab es da auch keine Alternative. Heute sind Studiengänge, gerade im Bachelor, deutlich praxisnäher. Wer pflegen will, kann daher statt einer Ausbildung heute auch Pflegewissenschaften studieren.

Für viele die Zukunft

Viele Stimmen loben diesen Trend in der Pflege. So seien ein strukturiertes Denken, wissenschaftliche Ansätze und akademisch geförderte Spezialisierungen für Bereiche wie Demenz und Palliativpflege wichtige Fähigkeiten, die im Rahmen eines Studiums gut zu vermitteln seien. In anderen Ländern gehören akademische Pflegeausbildungen auch längst zum Standard, nur Deutschland hinkt in dieser Hinsicht noch hinterher.

„Die Neue Gruppe“

Ein Problem, dass sich darstellt, ist, dass die studierten Pflegekräfte sich in Sachen Bildungshintergrund in einer bisher eher unbekannten Lage befinden: Irgendwo zwischen Pflegekräften, die per Ausbildung in den Beruf gelangt sind und promovierten Ärzten.

Sie haben Fachkenntnisse und Spezialwissen, das andere Pflegekräfte nicht haben oder erst mit Fortbildungen erlangen, müssen aber genauso in der Praxis anpacken wie alle anderen. Dabei stellt sich auch die liebe Frage des Gehalts: Wie genau wird das Studium anschließend im Beruf vergütet? Vollkommen einheitlich gelöst ist dies bisher nicht.

Probleme in der Praxis

So positiv Pflegekräfte mit viel Fachwissen in der Theorie auch sind, so viel Kritik gab es zwischenzeitlich durch verschiedene Ärztekammern. Denn in vielen Bereichen scheint es dazu zu kommen, dass sich Pflegende immer mehr auf administrative Tätigkeiten spezialisierten. Die sind zwar auch dringend nötig, allerdings kommt es auch vor, dass immer mehr die eigentlichen pflegerischen Tätigkeiten in den Hintergrund rücken. Und das kann angesichts des hohen Bedarfs an Leuten, die in der Pflege praktisch handeln, nicht der richtige Weg sein.