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Wer in der Pflege arbeitet, arbeitet im Schichtdienst und dazu an Wochenenden und Feiertagen. Unter diesen Umständen kann sich das Familienleben mit Partner und Kind gelegentlich als schwierig erweisen. Besonders schwer wird es dann, wenn eine Pflegekraft alleinerziehend ist und die Betreuung des Kindes während der Schichten gewährleisten muss.

VEREINBARKEIT VON JOB UND KIND BEI ALLEINERZIEHENDEN

Einem Vollzeitjob nachzugehen und alleinerziehend zu sein, stellt immer eine Herausforderung dar. Kommt der Schichtdienst noch dazu, wird es sehr schwer die Berufstätigkeit und die Betreuung des Kindes zu vereinbaren, solange dieses noch klein ist und Beaufsichtigung braucht.

Wer die Frühschicht hat, sieht sich mit dem Problem konfrontiert, dass Kindertagesstätten noch nicht geöffnet haben, um das Kind dort abzugeben und die Spätschicht kollidiert auch häufig nachmittags mit den Öffnungszeiten einer KITA.

Am ehesten funktioniert die Nachtschicht, wenn man arbeiten gehen kann, nachdem man das Kind abends ins Bett gebracht hat.

Dann ist es möglich das Kind morgens zur KITA zu bringen und zu schlafen, bis es nachmittags wieder abgeholt werden muss. Idealerweise übernimmt man als alleinerziehende Pflegekraft also nur Nachtschichten, doch das ist nicht immer gewährleistet und rechtlich besteht für Single-Eltern kein Anspruch auf bestimmte Schichten. Es ist also vom Arbeitgeber abhängig inwieweit sich das regeln lässt.

Teilzeit ist eine Möglichkeit, aber die finanziellen Einschränkungen können zusätzlich belasten. Eine Tagesmutter kostet auch Geld und ist zeitlich nicht immer so verfügbar, wie es nötig wäre, wenn man in wechselnden Schichten arbeiten muss.

REGELMÄSSIGKEIT IM TAGESABLAUF IST WICHTIG

Für Kind mit Elternteil im Pflegeberuf ist eine gewisse Regelmäßigkeit im Tagesablauf sehr wichtig. Neben Arbeit, Haushalt und Organisation des Ablaufs bleibt aber wenig Zeit für die Bedürfnisse des Alleinerziehenden. Schon die Zeit, um mal mit dem Kind zu spielen oder etwas zu unternehmen, muss meist mühsam freigeschaufelt werden.

Kinder, die über einen längeren Zeitraum zu viele Stunden am Tag fremdbetreut werden und Mutter oder Vater zu selten sehen, können Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Zwar variiert das von Kind zu Kind, doch gesundheitlich ist es bedenklich, wenn Kinder sich aufgrund vom Beruf zu oft von Mama oder Papa „allein gelassen“ fühlen. Kinder brauchen eine gewisse Stabilität, um sich gesund entwickeln zu können. Das macht es gerade für Alleinerziehende im Schichtdienst schwierig und ein schlechtes Gewissen kann schnell zum ständigen Begleiter werden, weil man sich nicht so viel Zeit nehmen kann, wie man möchte.

Wer über ein stützendes, soziales Umfeld von Freunden und Familie verfügt, ist hier im Vorteil. Vielleicht können Oma und Opa gelegentlich die Betreuung übernehmen. Alternativbringen Freunde oder Nachbarn das Kind beispielsweise abends ins Bett und warten bis man nach Hause kommt. In jedem Fall ist große organisatorische Planung und ein gewisses Vertrauen in die Mitmenschen nötig, um den Alltag mit Kind und Beruf als Single zu planen und zu meistern