Stresssituationen gibt es in allen Berufen, in der Pflege leider oft häufiger. Hier daher einige Tipps, die helfen.

Jeder tickt anders

Es gibt sie, diese Art Mensch, die erst dann so richtig Gas gibt, sich sogar wohlfühlt, wenn der Lärmpegel hochgeht und die Hektik steigt. Bei vielen jedoch nimmt die Leistungsfähigkeit gerade in solchen Situationen sogar ab: Stress und Druck fordern ihren Tribut. Doch gerade, wenn es stressig wird, können gute Leistungen diese Überlastung am besten bekämpfen, weil der Druck dann schneller nachlässt. Mit einigen Kniffen kann man sichergehen, solchen Extremsituationen besser zu trotzen.

Struktur statt Hektik

Wenn sich die Aufgaben mehr noch als gewöhnlich anstauen, neigen viele dazu sofort erstmal zu Handeln. Schließlich gibt es viel zu tun – Also los! Oft ist diese Denkweise aber sogar ein Fehler, denn obwohl es natürlich wichtig ist tätig zu werden, so ist es meist noch wichtiger, gezielt tätig zu werden. Sind viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, erreicht man mit einem Moment Innehalten oft viel mehr als mit purer Hektik.

Lieber also einmal kurz durchatmen und ruhig überlegen, wie man die Aufgaben am besten angeht.

Denn schon mit der richtigen Reihenfolge der Aufgaben lässt sich viel Zeit sparen, die man sonst verlieren würde. Wenn man sich zum Beispiel fragt, was man wo und wann erledigen kann, spart man mitunter viel Hetzerei von A nach B und zurück, und damit viel Zeit. Lassen sich Aufgaben miteinander verbinden? Gibt es Aufgaben, die gar nicht so dringend sind, wie sie scheinen und sich für wichtigere erstmal hintenanstellen lassen? Die Zeit, die man damit verbringt, sich solche Fragen zu stellen und zu planen, bekommt man dadurch meist vielfach wieder heraus. Viele wissen das wahrscheinlich bereits. Aber um das auch im Alltag umzusetzen, sollte man sich regelmäßig daran erinnern.

Motivation statt Angst

Ruhig überlegen ist auch so gemeint: Denn schon beim Überlegen kann man zu hektisch sein. Viele kennen das: Man macht sich deutlich, welche Aufgaben alle anstehen und in welcher Zeit sie zu erledigen sind und beginnt sich zu fragen, so man überhaupt anfangen soll. Das birgt das Risiko, sich in dieses Überlegen hineinzusteigern: Irgendwann ist man so sehr damit beschäftigt, sich zu überlegen, wie stressig das Problem ist, dass man fast gar nicht mehr darüber nachdenkt, wie man das Problem denn nun eigentlich lösen kann. Aus so mancher „Aufgabenmücke“ ist so schon ein „Stresselefant“ geworden. Beim Planen also den Fokus auf die Lösung des Problems legen, nicht auf seine Ausmaße. So wird aus Angst Motivation.

Ein Schritt nach dem anderen

Übrigens gilt eines ganz besonders bei Stresssituationen: Es muss nicht alles perfekt sein, gerade wenn die Aufgaben sich häufen. Natürlich: Gerade in der Pflege ist ein hohes Maß an Qualität wichtig, aber wenn dann andere Aufgaben auf dem Tisch liegen bleiben, lohnt es nicht.

Wer mit beiden Beinen gleichzeitig vorstürmen will, fällt hin.

Wer hingegen einen Schritt nach dem anderen macht, wird nicht nur schneller durchkommen, sondern auch sicherer und mit weniger Anstrengung. Generell gilt: Stresssituationen gibt es immer wieder mal. Es kommt auf den Umgang mit ihnen an. Am Ende muss jede Pflegekraft und jeder Mensch generell für sich herausfinden, was für sie oder ihn in stressigen Situationen am besten hilft. Und eine positive Einstellung kann aus schlimmen Lasten im Handumdrehen spannende Herausforderungen machen.