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Mitte Februar wurde vom Deutschen Bundestag abschließend das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittel verabschiedet. Die damit verbundenen, neuen Regelungen sollen nun ab März 2017 in Kraft treten. Im folgenden Text wird erläutert, welche Auswirkungen dies für Krankenkassen und Versicherte mit sich bringt.

WOZU DIENT DAS GESETZ?

Ziel des Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittel ist vor allem eine qualitativ verbesserte Versorgung mit bestimmten Mitteln, wie beispielsweise Rollstühlen, Prothesen oder Inkontinenzprodukten.

Da die Gesellschaft insgesamt immer älter wird, ist die Gewährleistung einer guten Versorgung mit entsprechenden Produkten von großer Wichtigkeit.

Im Zuge dessen muss der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung bis Ende 2018 das Hilfsmittelverzeichnis mit rund 33 Produktgruppen aktualisieren. Versicherte sollen künftig bei der Vergabe mehr Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Produkten haben, da die Krankenkassen neben dem finanziellen auch den qualitativen Aspekt der Mittel berücksichtigen müssen.

Zudem soll das Gesetz die Wichtigkeit des Therapie-Berufsfeldes von beispielsweise Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden oder Podologen für die Versorgung von Patienten betonen und damit die Voraussetzungen für eine bessere Vergütung dieser Berufe schaffen.

WAS BEDEUTET DIES FÜR VERSICHERTE UND THERAPEUTEN, SOWIE HEILMITTELBRINGER?

Durch den Fokus auf die Qualität bei der Versorgung mit Heilmitteln, sollen auch die Rechte von Patienten verbessert werden was Information und Beratung betrifft. Der (günstige) Preis von Hilfsmitteln soll in Zukunft eine geringere Rolle spielen, als deren Qualität und Notwendigkeit.

Den Patienten wird von nun an immer eine Auswahl von qualitativ dem neuesten Stand der Medizin entsprechenden Mitteln aufgezeigt, ohne dass die Versicherten dafür mit zusätzlichen Kosten bzw. Aufzahlungen rechnen müssen.

Für Angestellte in Therapieberufen bringt das neue Gesetz eine Aufwertung ihres Berufsfeldes mit sich, welches sich auch durch bessere Löhne wiederspiegeln soll. Dies würde sich auch insofern auswirken, als dass sich die Attraktivität dieser Berufe erhöht. Krankenkassen werden laut Gesetz künftig verpflichtet mit Heilmittelbringern Verträge zur „Blankoverordnung“ abzuschließen. Damit ist gemeint, dass die Heilmittelbringer stärker in die Versorgungsverantwortung einbezogen werden, nachdem durch Ärzte eine Verordnung der Versorgung erstellt wurde. Diese Regelung wird zunächst im Rahmen eines Modellvorhabens durchgeführt, um zu prüfen, ob eine dauerhafte Regelung dazu sinnvoll ist.