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Mit dem Ansehen, das Pflegerinnen und Pflegern in Deutschland genießen, ist es so eine Sache: Ohne sie würde unsere Gesellschaft kaum funktionieren. Aber je nachdem, in welchem Bereich Pflegekräfte tätig sind, können die Anerkennung ihrer Leistungen und das damit verbundene Gehalt deutlich schwanken.

GRUNDPFEILER DER GESELLSCHAFT

Eines ist sicher: Der Bedarf an Pflegerinnen und Pflegern wird in Deutschland in den kommenden Jahren weiter und weiter steigen. Für diesen Trend ist in unserer alternden Gesellschaft auch so schnell kein Ende abzusehen. Die gesellschaftliche Bedeutung der Branche ist entsprechend hoch. Grundsätzlich haben diverse Umfragen auch immer und immer wieder gezeigt, dass die deutsche Bevölkerung generell diese Ansicht teilt: Berufsgruppen, die in der Gesundheitsbranche tätig sind, Ärzten und Pflegekräften, wird ein großes Vertrauen entgegenbracht. Man muss aber unterscheiden zwischen dem guten Image, das Pflegerinnen und Pfleger für ihren Einsatz in der Gesellschaft genießen, und dem Image des Berufsbildes Pflege an sich.

Denn trotz der Dankbarkeit, die Pflegekräfte auf gesellschaftlicher Ebene erhalten, können sich sehr wenige Schülerinnen und noch weniger Schüler vorstellen, später einmal einen Pflegeberuf zu ergreifen.

Der häufigste Grund: Die Gehälter, die in der Pflegebranche gezahlt werden, spiegeln ihre gesellschaftliche Bedeutung kaum wider und werten die gefühlte Anerkennung nachträglich ab. Anbieter von Pflegedienstleistungen machen geringe Umsätze, was sich auf das Einkommen ihrer Angestellten auswirkt. Daran zeigt sich ein systematisches Problem, das wohl einen großen Anteil am schwierigen Image von Pflegeberufen in Deutschland hat: Die Ökonomisierung der Pflegebranche.

WICHTIGE ARBEIT, ABER OFT GERINGE BEZAHLUNG

Das Problem liegt mitunter darin, dass viele der Menschen, die auf Pflegeleistungen angewiesen sind, diese selbst nicht finanzieren können. Somit müssen hier häufig öffentliche Gelder aushelfen. Eine wichtige Tatsache steht im krassen Gegensatz dazu, dass Pflege dem Allgemeinwohl nützt: Anders als beispielsweise Schulen werden Kliniken und Pflegeeinrichtungen zunehmend privatisiert. Somit gelten anders als bei Lehrern betriebswirtschaftliche Grundlagen: Obwohl die geleistete Arbeit von Pflegerinnen und Pflegern für das Gemeinwesen enorm wichtig ist, sind Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen Hauptziele in vielen Pflegebetrieben.

Wenn die gesellschaftliche Wichtigkeit eines Berufsfelds zu seiner wirtschaftlichen Position so stark im Gegensatz steht, ist klar, dass das Ansehen leidet.

Auch innerhalb der Branche sind die Unterschiede teilweise groß: Eine Studie des Bundesministeriums für Gesundheit von 2015 zeigte, dass Menschen, die in der Altenpflege tätig sind, in Ostdeutschland ca. 30% weniger Gehalt bekommen als solche, die in Krankenhäusern arbeiten. In Westdeutschland belief sich der Unterschied immerhin noch auf durchschnittlich 18%.

Während also Pflegerinnen und Pfleger größte Achtung in der Gesellschaft erhalten, ist trotzdem ihr Berufsfeld eines, das ein eher schlechtes Ansehen genießt. Diesen scheinbaren Widerspruch zu beheben, ist Aufgabe der Pflegedienstleister: Mit fairer Bezahlung und vernünftigen Arbeitsbedingungen sind sie es, die Pflegekräften den Respekt zukommen lassen können, den sie in der Gesellschaft schon weitgehend genießen.

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