Pflegekräfte wollen helfen. Aber bei Demenz muss man oft auf besondere Dinge achten.

Gemeinsame Lösungen

Im Alltag in der Pflege gibt es immer wieder Situationen, die schwerer sind als andere und Probleme, die aufkommen. In den allermeisten Fällen lässt sich für diese aber sehr schnell eine gute Lösung finden, wenn die pflegebedürftige Person und die Pflegekraft gemeinsam danach suchen. Schwieriger wird es, wenn das Problem darin besteht, dass der Patient oder die Patientin überhaupt nicht die Hilfe der Pflegekraft annehmen möchte. Fälle, in denen sich Menschen gegen Pflege wehren, gibt es immer wieder. Kritisch wird es dann, wenn das längerfristig der Fall ist – zum Beispiel bei Demenz. Sie ist auch deswegen ein Problem, weil geregelte Abläufe, die für das Pflegen wichtig sind, durch sie sehr stark erschwert werden. Je nach Stadium der Demenz sind die Betroffenen einfach nicht mehr imstande, den Tag strukturiert anzugehen. Das hat zur Folge, dass die Pflege entsprechend flexibel sein muss.

Die Fremden, die helfen wollen

Gerade bei fortgeschrittener Demenz ist das Problem ein grundlegendes: Man stelle sich vor, eine völlig fremde Person käme in die eigenen vier Wände und hielte es für selbstverständlich, uns überall anzufassen und uns zu sagen, was wir tun sollen.

„Was will die fremde Person in meinem Haus?”

In dieser Situation werden wohl die Wenigsten besonders freundlich reagieren. So aber dürfte es sich für Menschen mit fortgeschrittener Demenz anfühlen: Denn es kann vorkommen, dass die Pflegekräfte auch nach mehrmaligen Besuchen ihnen immer noch als Fremde erscheinen.

Verunsicherung führt zu Abwehr

Oftmals hört die Verwirrung aber nicht bei Personen auf, die neu ins Leben getreten sind. Gerade, wenn der letzte Umzug noch nicht lange her ist (sei es in eine neue Wohnung oder auch eine Pflegeeinrichtung) kann auch die Pflegeumgebung selbst verwirrend sein. Die betroffene Person findet sich also in unvertrauter Umgebung wieder und trifft auf Menschen, die sie nicht kennt, die aber etwas von ihr wollen. Die Verunsicherung ist entsprechend sehr groß. Dass die Abwehrhaltung entsprechend ebenfalls anwächst, überrascht dann nicht mehr.

Vertrauen schaffen, Räume lassen

Um dieser Verunsicherung richtig zu begegnen, ist es daher bei Patienten mit Demenz ganz besonders wichtig, vor dem eigentlichen Pflegen zunächst Vertrauen aufzubauen. Dafür sollte man zunächst einmal sich selbst vorstellen, und eventuell ein bisschen Smalltalk halten, um die Atmosphäre zu entspannen – Eben, als würde man sich zum ersten Mal begegnen.

Wenn es sein muss, auch immer wieder aufs Neue.

Auch mit gutem Beispiel vorangehen kann wahre Wunder wirken: Sich selbst die Hände zu waschen und demonstrativ zeigen, dass man das gut findet, kann beim Patienten von selbst das Bedürfnis erzeugen, ebenfalls gewaschen werden zu wollen – Ganz ohne Zwang und die daraus folgende Abwehrhaltung. Wenn es trotzdem Widerstand gibt, hilft meist nur, die Person ein paar Minuten in Ruhe zu lassen und es dann noch einmal zu versuchen. Im hektischen Pflegealltag ist das in vielen Betrieben leider nicht immer möglich, sollte aber versucht werden, wenn es passt. Das Ziel sollte im Übrigen auch gar nicht immer sein, den Menschen so herzurichten, dass er uns gefällt. Wichtig ist, dass der Mensch sich selbst gefällt und er oder sie sich wohlfühlt – wobei gewisse Hygienestandards natürlich immer geachtet werden müssen. Auch bei Menschen mit Demenz kann sich über längere Zeit Vertrauen bilden. Es dauert und es erfordert Zeit und Einsatz, doch man kann es sich erarbeiten. Und dann ist es besonders wertvoll.