Dass Musik emotional auf Menschen wirken kann, das dürfte fast jede(r) schon einmal am eigenen Leib erlebt haben. Aber auch die medizinische Wirkung für die Pflege wurde erkannt.

Musik kann wie Medizin wirken

Der „Rhythmus, wo man mit muss“ ist kein reines Klischee: nicht nur wird mit den Füßen mitgewippt, wenn die Musik einem gefällt: Der Körper kann sich tatsächlich auch in Bereichen der Musik anpassen, auf die wir gar keinen bewussten Einfluss haben. Zum Beispiel kann sich der Takt unseres Herzschlags bei schneller Musik verschnellern und bei ruhigerer Musik verlangsamen.

Wechselwirkung zwischen Körper und Seele

Forscher sind sich nicht ganz einig, ob die körperliche Wirkung der Musik durch die emotionale Reaktion auf sie ausgelöst wird, oder ob die emotionale Wirkung sich auf den Körper überträgt. Was aber bekannt ist: Musik hat fast immer eine positive Wirkung. Das wurde mittlerweile auch in der Pflege erkannt.

Eine eigene Kommunikation

Musik kann Emotionen ausdrücken, die vielleicht verbal ansonsten nicht wirklich vermittelbar sind. Sie kann solche Emotionen aber je nach Situation auch sogar ganz von selbst hervorrufen: Wenn ein Lied zu Tränen rührt, ist das etwas sehr Schönes. Spätestens, wer das selbst schon einmal selbst erlebt hat, wird wohl kaum von der Hand weisen können, dass Musik etwas ganz Besonderes ist. Daher kann Musik bei der Pflege in Gruppen eingesetzt werden, um ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen. Gemeinsames Singen und Musizieren macht Spaß, bringt Menschen zusammen und trainiert alle möglichen körperlichen Aspekte: Mund, Finger, Augen, Lunge und natürlich Gehör und andere. Kein Wunder also, dass mittlerweile auch immer mehr ausgebildete Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten in Kliniken und anderen Institutionen eingesetzt werden. Von diesen Menschen kann man sich auch als Pflegekraft wertvolle Tipps geben lassen, die im Pflegetag nicht nur aktiv helfen können, sondern ihn auch schöner und abwechslungsreicher machen können.

Gegen das Vergessen

Gerade bei Demenz kann Musik wahre Wunder wirken. Es muss nur die richtige sein: Der neueste Sommerhit lädt zwar zum Mitwippen ein, aber in der Pflege geht es ja vor allem um die positive Wirkung, die die Töne auf Geist und Seele haben. Bei Demenz bedeutet das: Lieder, die man aus der Kindheit kennt, können glücklich machen, weil sie an schöne Zeiten erinnern und durch eben diese Erinnerung eine positive Wirkung für das Gedächtnis haben. Einen stärkeren Effekt hat es, nicht nur die Musik einfach zu hören: Singen ist angesagt.

Singen ist gut für den Geist.

Das ist mindestens ebenso gut für die Stimmung wie ein geliebtes altes Lied zu hören, hat aber zusätzlich noch den Effekt, dass man sich aktiv selbst an Melodie und Text erinnern muss. Das trainiert im Gehirn Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit: Beides sind wichtige Faktoren, wenn es um die Behandlung von Demenz geht.

Die positive Wirkung von (der richtigen) Musik fürs Gedächtnis gilt mittlerweile als wissenschaftlich belegt. Aber die wichtigste Sache ist, dass Musik glücklich macht, und das ist, ob Pflege oder nicht, wissenschaftlich nicht in Zahlen auszudrücken.