umweg

Hat man auf dem Weg zur Arbeit oder von dort nach Hause einen Unfall, greift im Großteil der Fälle die gesetzliche Unfallversicherung. In der Regel gilt der Schutz für den direkten Weg vom Heim zur Arbeitsstätte und umgekehrt. Damit ist nicht automatisch die kürzeste Strecke gemeint, aber es gibt Einschränkungen in Bezug auf die Umwege, die tatsächlich versichert sind.

Was gilt als Umweg und was nicht?

Der Weg zur Arbeit beginnt mit dem Verlassen der Wohnung und endet mit dem Betreten des Arbeitsorts. Manche Abweichungen vom  direkten Weg sind erlaubt und versichert, während man bei anderen im Fall eines Unfalls das Risiko selbst trägt.

Zwar sollte man die Arbeit möglichst auf direktem Weg erreichen, aber das muss nicht unbedingt der schnellste Weg sein.

Der Arbeitnehmer hat stets die Freiheit eine sichere und verkehrsgünstige Strecke auszuwählen. Das gilt unabhängig davon, ob man mit dem Auto fährt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist oder zu Fuß geht.

Wird der Weg zur Arbeit aber für einen Stopp bei der Tankstelle, dem Supermarkt oder dem Bäcker unterbrochen, so ist der Arbeitnehmer während der Unterbrechung nicht versichert. Stopps dieser Art gelten als Teil des Privatlebens und auch wenn der Umweg gering ist und man nicht einmal von der Straße abweicht, die direkt zur Arbeit führt, fällt dies versicherungstechnisch nicht mehr unter den Arbeitsweg.

Muss man aufgrund von verkehrsbedingten Staus oder Bauarbeiten einen unerwarteten Umweg fahren, um den Arbeitsplatz zu erreichen, so greift in diesem Fall ganz normal die gesetzliche Unfallversicherung. Wer also darauf achtet auf dem Weg zur Arbeit tatsächlich nur eine Strecke von Punkt A nach Punkt B zurückzulegen ohne zwischendurch weitere Ziele anzusteuern, ist auf der sicheren Seite.

Ausnahme: Fahrgemeinschaften

Wer auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg zurücklegt, um einen Kollegen abzuholen oder die Kinder zum Kindergarten oder zur Schule zu bringen, muss sich keine Sorgen wegen des Versicherungsschutzes machen. In diesem Fall handelt es sich um unfallversicherte Fahrgemeinschaften.

Das gilt ebenfalls, wenn in einer Fahrgemeinschaft nicht nur verschiedene Wohnungen, sondern auch verschiedene Arbeitsorte angefahren werden. Wichtig ist, dass die Mitglieder der Fahrgemeinschaft ebenfalls berufstätig und gesetzlich versichert sind oder, im Fall von Kindern, zum versicherten Personenkreis zählen. Solange der Fahrer die Absicht hat, selbst zur Arbeit zu fahren, nachdem er alle anderen Mitglieder der Fahrgemeinschaft abgesetzt hat, sind alle versichert.

Allerdings gilt diese Versicherung nicht, wenn man an einem freien Tag in einer Fahrgemeinschaft mitfährt, da man sich nicht auf dem Weg zur Arbeit befindet.

Negative Folgen für den Versicherungsschutz bei langen Umwegen

Man bleibt auf dem direkten Weg zum Arbeitsplatz immer versichert, sofern der Unfall nicht während einer Unterbrechung durch einen Umweg passiert. Dauert der Umweg jedoch länger als zwei Stunden, so verfällt der gesamte Versicherungsschutz auch für den Rest der Strecke. Unterbricht man den Weg zur Arbeit also und geht zwei Stunden lang einkaufen, bevor man sich wieder auf den regulären Weg begibt, ist man während des gesamten Weges nicht versichert und trägt das Risiko alleine.

Solange man sich strikt von A nach B bewegt, besteht also grundsätzlich kein Grund zur Sorge den Versicherungsschutz zu verlieren. Alles andere ist jedoch mit Einschränkungen verbunden was den Schutz betrifft.