Im Pflegeberuf laufen viele Pflegerinnen und Pfleger Gefahr nicht mehr abschalten zu können. Arbeitszeiten am Wochenende und an Feiertagen lassen wenige Pausen zu. Die Angst: Burnout. Doch man kann bewusst dagegenwirken.

Immer viel zu tun

Pflegebedürftige Personen müssen an allen Tagen versorgt werden. Das hat zur Folge, dass Pflegekräfte oft kein regelmäßiges Wochenende genießen auch an Feiertagen arbeiten. Der Schichtdienst belastet viele zusätzlich. Zudem ist die Arbeit sehr vielseitig, was zwar im Vergleich zu anderen Berufen Langeweile vorbeugt, aber eben auch fordernd sein kann.

Die Pflegebedürftigkeit von Menschen macht keinen Urlaub.

Pflegekräfte führen Gespräche mit Arbeitskollegen und Vorgesetzten, allem voran aber mit ihren Patienten und deren Angehörigen. Dazu kommt die körperlichen Anstrengungen, die die Tätigkeit in der Pflege mit sich bringen. Wer als Pflegekraft nur auf die Patienten acht gibt, und sich selbst dabei links liegen lässt, riskiert einen Burnout. Das lässt sich mit bewusster Lebensführung und ein paar Tipps vermeiden.

Auf sich selbst achten

Es ist wichtig auch in stressigen Phasen auf sich selbst zu achten. Genügend Schlaf ist wichtig, damit sich der Körper erholen kann. Pflegerinnen und Pflegern ist es nicht immer möglich die empfohlenen 7 bis 9 Stunden zu schlafen. Dann sollte der fehlende Schlaf durch sogenanntes „Powernapping“, also kurze Nickerchen ausgeglichen werden. Ausreichend Bewegung ist ebenso wichtig wie Ruhe. Pflegekräfte arbeiten zwar körperlich, jedoch gleicht körperliche Arbeit keinesfalls lockere, körperliche Bewegung aus. Es muss sich dabei nicht immer um Leistungssport oder Fitness handeln. Schon ein ausgedehnter Spaziergang kann bereits für einen ausgeglichenen Geist und Körper sorgen.

Vor allem soziale Kontakte helfen dabei Burnout zu vermeiden. Burnout-Gefährdete ziehen sich häufig immer mehr zurück. Man sollte daher darauf achten genügend Zeit mit Menschen zu verbringen, in deren Gesellschaft man sich wohl fühlt. Auch wenn es nach einem anstrengenden Tag reizvoll scheint, sich allein daheim aufs Sofa zu fletzen: Der Fernseher sollte an einem Abend in der Woche aus bleiben. Die Ruhe, die man dadurch bekommt, ist eher trügerisch – man lässt sich berieseln, die Zeit verfliegt. Einmal in der Woche sollte man sich abends etwas vornehmen, bewusst etwas tun, das einem Spaß macht.

Zeit für Bonus

Ganz bewusst sollte man sich auch dazu entscheiden, sich Zeit für sich selbst zu nehmen – es ist Zeit für einen Bonus. Ein Bonus sieht für jeden anders aus. Der eine gönnt sich ein Bad mit Kerzenlicht, für die nächste fungiert ein gutes Essen als perfekter Bonus. Es kann sich dabei aber auch um ein ausgiebiges Telefonat mit der besten Freundin handeln. Entspannungstechniken können auch dabei helfen das eigene Gleichgewicht nicht zu verlieren. Es gibt Techniken, wie zum Beispiel Atemübungen, die immer zwischendurch für einen Ausgleich sorgen.

Wichtig ist es, die Balance zwischen Anspannung und Entspannung zu finden, um sich nicht zu überfordern.

Ein Tag in der Woche sollte geblockt werden – ein Ruhetag. Wenn auch Termindruck und ein voller Kalender dagegen sprechen, ein Tag in der Woche sollte frei von Terminpflicht sein. An dem Tag sollte man auch nicht erreichbar sein – nicht am Festnetz und nicht am Handy. An dem Tag sollte auch keine Dokumentation vervollständigt und keine Akte durchgesehen werden. Es kann zu Anfang schwer sein und man fühlt sich vielleicht wieder verpflichtet wieder ein oder zwei Termine in den Ruhetag hinein zu legen. Doch der einzige Termin, der an diesem Tag Daseinsberechtigung hat, ist der Termin „Ruhetag“.