Stress, Druck und Belastungen im Beruf – Der richtige Umgang damit ist nicht immer leicht. Die Nachricht, dass immer mehr Menschen an Burnout erkranken, verwundert leider kaum. Was aber bedeutet es, Burnout zu haben, wie erkennt man ob man gefährdet ist und was kann man tun, bevor es so weit kommt?

Was bedeutet Burnout

Den Begriff Burnout (auch Burn-Out oder Burnout Syndrom) hat keine ganz einheitliche Bedeutung. Sehr oft wird Burnout als „psychische Krankheit der Berufswelt“ beschrieben. Übersetzt aus dem Englischen bedeutet Burnout „ausgebrannt“.Burnout ist vor allem eine körperliche und emotionale Erschöpfung. So sind Betroffene nicht länger in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen. Diese Erschöpfung hat als Ursache zumeist eine berufliche oder private Belastung, oder auch beides gleichzeitig.

Erste Anzeichen warnen bereits

Vom Burnout ist man nicht über Nacht betroffen. Zuvor gehen einige psychische, körperliche und auch soziale Symptome voraus. Diese signalisieren und warnen, dass wir uns dem Satz „Das wird schon wieder…“ nicht länger alles schönreden können. Gereiztes Gemüt, Lustlosigkeit, ständige Müdigkeit und immer wieder das Gefühl „einfach nur gestresst zu sein“ sind solche Anzeichen, bedeuten aber nicht gleich, dass man akut Burnout gefährdet ist.

Bei andauernder Erschöpfung: Das Gespräch mit dem Arzt suchen.

Bis man von einem Burnout sprechen kann, verändert sich der Gemütszustand des Betroffenen langsam, aber vor allem für Außenstehende bemerkbar. Bis irgendwann die völlige Erschöpfung eintritt. Deswegen: Bei Zweifel oder wenn Freunde einen darauf ansprechen – lieber vorbeugend das Gespräch mit einem Arzt suchen.

Ursachen von Burnout

Zu verstehen, welche Ursachen zum Burnout führen können, hilft der frühzeitigen Vorbeugung. Tatsache ist, dass wir immer weniger Zeit für uns und unsere Freizeit haben. Hinzu kommt, dass die Berufswelt immer mehr von uns abverlangt. Ständigem Druck ausgesetzt zu sein, erzeugt Stress. Natürlich spielt auch die eigene Persönlichkeit eine wichtige Rolle. Menschen, die zu hohe Erwartungen an sich selbst stellen, setzen sich selbst zusätzlich unter Druck. Aber auch Zukunftsängste oder schlechte Arbeitsbedingungen können das Auftreten von Burnout begünstigen.

Es gibt nicht die eine Ursache für Burnout.

Wie so oft, gibt es jedoch keinen einfachen Kausal-Zusammenhang á la „Vermeide das eine, dann bist du fein raus“. Meistens ist es ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren, die zu einem Burnout führen können. Und jeder Mensch reagiert anders auf bestimmte Ereignisse. Daher ist unsere persönliche Haltung zu diesen Faktoren entscheidend. Wichtig ist, nicht passiv zu bleiben, sondern aktiv dagegen zu handeln.

Burnout entgegenwirken

Noch bevor die ersten Symptome eines Burnouts sich bemerkbar machen, können Betroffene präventive Maßnahmen für sich treffen.

  1. Müdigkeit nicht verharmlosen: Nicht länger soll der Kaffee oder Zucker die Müdigkeit unterdrücken. Gesunder und ausreichender Schlaf ist für die Gesundheit wichtig. Genauso sind regelmäßige Pausen und gesundes Essen einzuhalten. Vor allem aber auch genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ist ein Punkt, den viele in der Hektik nicht beachten.
  2. Zeit für mich: Den Spagat zwischen Beruf und Familie beherrscht man irgendwann. Da bleibt man aber selbst auf der Strecke. Die meisten unterschätzen, wie wichtig es ist, Zeit für sich zu haben. Ein eigenes Hobby zu haben, bringt Ausgleich im Alltag. Genauso ist es mit Sport. Den körperlichen und geistigen Zustand im Gleichgewicht zu halten, ist durch eine gesunde Förderung von beidem möglich.
  3. Das Wichtigste kommt zuerst: Setzen Sie Prioritäten für sich. Eine Liste zu erstellen, mit allem was von Ihnen erledigt werden muss, hilft dabei. So lernt man seine Zeit für sich einzuplanen und bekommt einen Überblick für Wichtiges. Der Terminkalender füllt sich von alleine – man muss Zeiten bewusst planen und auch mal Nein sagen, um die Kontrolle zu behalten.
  4. Die Arbeit nicht mit nach Hause nehmen: Immer oder immer öfter die Arbeit mit nach Hause zu nehmen, bedeutet eine Dauerbelastung. Die Vermischung von Arbeits- und Privatleben ist auf Dauer nicht gesund. Also lieber nach dem Feierabend einen Yoga Kurs besuchen und am nächsten Tag mit neuer Energie weiter effizient arbeiten.
  5. An sich arbeiten: Ansprüche an sich zu stellen und Leistung zu erbringen ist grundsätzlich in Ordnung und gut. Sich jedoch zu hohe Ziele zu setzen und später von sich enttäuscht zu sein, sollte nicht zum Regelfall werden. Lieber in kleineren Schritten gehen und sich langsam in seinen Zielen steigern. Auch das richtige Tempo für sich zu finden, kann helfen der Burnout-Falle auszuweichen.
  6. Gleichgewicht im Alltag: Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu finden ist ein wichtiger Weg, langfristig Burnout entgegenzuwirken. Wie das zu erreichen ist, dafür gibt es leider kein Generalrezept oder die Pauschallösung. Ein Anfang ist schon mal gemacht, wenn man sich dessen bewusst wird. Welche konkreten Schritte helfen, muss jeder für sich selbst ausprobieren und herausfinden. Ein paar Möglichkeiten zur Stressbewältigung haben wir in unserem Anti-Stress-Handbuch für Pflegekräfte zusammengestellt, dass Sie hier kostenfrei anfordern können: [Link]

Was tun, wenn man von Burnout betroffen ist

Ob man von Burnout betroffen ist, kann nur der Arzt mit Sicherheit feststellen. Einen Arzt diesbezüglich anzusprechen, oder um einen Rat zu bitten, sollte auf keinen Fall aufgeschoben werden. Auch wenn es an Überwindung kostet, aber Ihr Arzt kann eine professionelle Einschätzung abgeben und Sie über Therapiemöglichkeiten aufklären.

Wenden Sie sich auch an die Familie und Freunde. Sich zu isolieren, würde so eine Situation nur verschlimmern. Eine bewusst gewordene Burnout-Gefahr kann aber auch eine Chance bedeuten. Die eigenen Prioritäten neu zu ordnen, kann grundsätzlich etwas Positives bewirken. Für sich und das was für einen wichtig ist, wieder Zeit zu finden, kann immer ein guter Neuanfang werden.