balance

Schichtdienst, Wochenendarbeit und Verfügbarkeit an größeren Feiertagen, die bei anderen ganz selbstverständlich für die Familie freigehalten werden können. In der Pflege stehen die Mitarbeiter vor einer besonderen Herausforderung, wenn sie Job und Privatleben unter einen Hut bringen möchten ohne Lebensqualität einzubüßen. Da eine funktionierende Balance zu finden, ist nicht immer einfach.

BALANCE ZWISCHEN JOB UND PRIVAT – GIBT’S DIE ÜBERHAUPT?

Der Begriff Work-Life-Balance ist seit Jahren das Modewort, wenn es um Beruf und Privates geht. Hintergrund ist, den perfekten Ausgleich zum Berufsalltag zu finden, um sich auf die bestmögliche Weise von der Arbeit zu erholen und neue Kräfte zu tanken.

Zunächst ist es natürlich positiv, nach Wegen zu suchen sich gut zu erholen, um den Arbeitsalltag auch weiterhin motiviert und voller Energie zu bewältigen.

Doch hinter dem Begriff verstecken sich auch negative Gedanken. So setzt sich beispielsweise leicht der Irrglaube im Kopf fest, dass es kein ausgeglichenes Leben geben kann, wenn man Beruf und Privates nicht eindeutig voneinander trennen kann.

Wer keine handfeste Balance zwischen Arbeit und Freizeit oder Familie findet, hat schnell das Gefühl sein Privatleben sei nicht gut genug ausgerichtet, um wirklich einen Ausgleich zu bieten.

Wer außerhalb der festgelegten Dienstzeiten einspringen muss, fühlt sich schlecht, weil die wertvolle private Zeit verloren geht und der Ausgleich fehlt. Oftmals scheint eine Balance gar nicht erreichbar zu sein, denn unter Balance stellen wir uns eine Aufteilung in zwei gleichstarke Bereiche vor.

STATT TRENNUNG DER BEREICHE EINEN RHYTHMUS FINDEN

Wenn man sich von einer strikten Trennung der Lebensbereiche jedoch freimachen und sie als ineinander verknüpfte Teilbereiche des Lebens begreifen kann, ist es möglich zu einer „Lebensbalance“ zu finden. Die Arbeit ist Teil des Lebens und ein wichtiger noch dazu. Sie zwanghaft vom „wahren“ Leben, also von der Freizeit, trennen zu wollen, bringt auf lange Sicht nur Frust mit der eigenen Situation. Niemand sollte ausschließlich leben, um zu arbeiten, aber auch die Arbeit kann zu einer inneren Balance und Ausgeglichenheit führen, wenn man den richtigen Beruf für sich gefunden hat.

Viel wichtiger als nach der perfekten Balance zu suchen, ist es also, einen Rhythmus zu finden, der zu einem selbst passt. Wer Ausgeglichenheit sucht, findet sie nicht immer abseits des Arbeitsalltags. Wer sich stattdessen im Job darauf konzentriert seine eigene Energie und Leistung so zu organisieren, dass die Freizeit nicht mehr zum dringenden  Ausgleich, sondern zu einem Teil des Lebensrhythmus wird, der mehr Zeit für Muße erlaubt, findet zu seiner ganz persönlichen Balance im Leben.

Menschen sind von Natur aus eher unausgeglichen. Über den Tag, über Wochen und Monate, wechseln sich hohe Leistungsphasen mit niedrigeren ab. Je nachdem in welcher Phase wir uns befinden, ist das Bedürfnis nach einem Ausgleich größer. Da diese Phasen aber immer schwanken, ist es auch unnötig eine strikte Balance zu suchen. Einen Rhythmus zu finden, der Leistungs- und Ruhephasen für einen selbst optimal ausschöpft, bringt auf die Dauer mehr, als einer verkrampften Work-Life-Balance hinterher zu jagen.