Es umgibt uns fast ständig und dass es ein Grundbedürfnis ist, wird uns meist nur klar in den Ausnahmefällen, in denen es fehlt: Licht. Dabei kann es in der Pflege wichtige Funktionen erfüllen.

Die richtige Beleuchtung macht den Unterschied

Im Alltag wird uns selten wirklich bewusst, welchen Einfluss die Lichtverhältnisse auf unser Leben haben. Entweder man sieht gut oder man sieht schlecht: So kompliziert kann das doch gar nicht sein? Wer sich noch an die Abschaffung der „guten alten“ Wolfram Glühbirne in Deutschland und die folgende Empörung von vielen Menschen erinnert, weiß: Licht hat mehr Nuancen als nur hell oder dunkel. Diese Erkenntnis ist auch mittlerweile fast überall angekommen; Licht spielt eine enorm wichtige Rolle in der Gebäudeplanung für Handwerk und natürlich auch Medizin. Es gibt wenige Orte, an denen gute Lichtverhältnisse so sehr von Bedeutung sind wie in Pflegeeinrichtungen.

Der richtige Einsatz von Licht kann einen wichtigen Anteil dazu beitragen, dass sich die Bewohner wohlfühlen. Besonders an Orten, an denen sich Menschen längere Zeit aufhalten, ist viel warmes Licht wichtig: Denn es ist nachgewiesen, dass ein guter Gemütszustand, Wachheit und Unternehmenslust stark davon abhängen. Dies sollte nicht nur in den Patientenzimmern beachtet werden, sondern auch in Empfangsbereichen sowie Warte- und Besucherräumen. In diesen Räumen kann eine positive Lichtstimmung dafür sorgen, dass Stress und Angstgefühle abgebaut werden können.

Aber bei psychologischen Faktoren hört es nicht auf: Es wurde bereits nachgewiesen, dass das richtige Licht maßgeblich und in verschiedenen Bereichen zum Heilungsprozess von Patienten beitragen. Zum Beispiel bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis ist das Licht einer der ausschlaggebenden Faktoren für die Heilung.

Das richtige Licht für die Arbeit

Im Gegensatz zu Patientenzimmern und Wartebereichen halten sich Patienten in Arbeitsbereichen normalerweise nur für kurze Zeit auf. Besonders in OP-Räumen, Untersuchungszimmern, Verwaltungsbereichen, Laboren und Küchen liegt der Fokus des Lichts deshalb darin, die Arbeit des Personals zu unterstützen. Wichtig hier: Es sollte nicht blenden und wenig Schatten werfen, um den verschiedenen medizinischen und technischen Arbeitsprozesse in der Pflege gerecht zu werden. Denn oft ist hier Präzision gefragt.

Der Pflege geht ein Licht auf

Deshalb ist der Anspruch an die Lichtqualität besonders hoch. Eine Studie der Technischen Hochschule in Zürich empfiehlt, dass das Licht in den Arbeitsräumen dynamisch und in der Beleuchtungsstärke variierbar sein sollte. Auch die Lichtfarbe ist wichtiger Faktor für das menschliche Wohlbefinden und kann die Aufmerksamkeit fördern. Gerade in der Schichtarbeit, in der Pflegekräfte auch nachts arbeiten müssen, kann das richtige Licht dazu führen, dass sich die innere Uhr besser auf die Umstellung vorbereiten kann – Übrigens wirkt Licht nicht nur über die Augen, sondern auch über die Haut direkt auf die Nervenbahnen.

Ökologisch und sicher denken

Auch die Sicherheit am Arbeitsplatz muss bei der Lichtplanung mit einbezogen werden. Nicht nur die Verkehrszonen und die Bereiche mit erhöhten hygienischen Anforderungen sollten gut beleuchtet sein, sondern z.B. auch Flure brauchen ausreichend Licht für die Orientierung und Sicherheit. Spätestens seitdem öffentliche Gelder knapp werden, ist zudem Energiesparen zu einem großen Thema geworden. Deshalb vermehrt sich der Einsatz von effizienten Leuchtmitteln wie LEDs, um einen Beitrag zur Verringerung des Energiebedarfs zu leisten. Auch durch Lichtmanagement kann der Energiebedarf im weiten Umfang gesenkt werden. Hier können verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Zum Beispiel kann das Licht je nach Tageslicht zeitlich gesteuert werden oder durch Anwesenheitssensoren und Zeituhren so geregelt werden, dass der Lichteinsatz nur dann gebraucht wird, wenn man ihn benötigt.

Die Kritik von früher, dass modernere Lampen ein „kälteres“ und künstlicheres Licht erzeugen würden als Wolfram, hat sich übrigens mittlerweile erledigt. Der Lichtton der alten Glühbirne lässt sich mittlerweile auch mit moderneren Mitteln erreichen und verbraucht dabei nur einen winzigen Bruchteil des Stroms.