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Die Pflege kämpft mit Fachkräftemangel – und das bei einer wachsenden pflegebedürftigen Bevölkerung. Gerade der hohe bürokratische Aufwand, der mit Pflegejobs verbunden ist, sorgt oft dafür, dass Pflegekräfte im Alltag zeitlich überlastet sind. Digitale Lösungen sollen dabei jetzt Abhilfe schaffen. In vielen Branchen haben sich moderne Kommunikationstechnologien längst etabliert – Warum also noch nicht bei Pflegekräften?

IKT – WAS IST DAS?

IKT steht für Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Idee dahinter: Durch gute Vernetzung untereinander und mobilen, einfachen Zugang zu Datenbanken könnten Pflegekräfte gerade im Bereich des bürokratischen Aufwands einiges an Zeit und Belastung einsparen. Sich untereinander auszutauschen könnte auch im täglichen Einsatz um einiges erleichtern.

Im Zusammenhang mit IKT im Pflegebereich hat das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung nun eine Studie mit dem prägnanten Titel „ePflege“ durchgeführt.

63 relevante Akteure im Pflegebereich haben sich zu Wort gemeldet und 217 Projekte wurden analysiert, die digitale Technologien in die Pflege einbringen sollten. Das Ergebnis: Es gibt noch einiges an Luft nach oben.

DIGITALITÄT HAT DIE PFLEGE NOCH NICHT ERREICHT

Die Ergebnisse der Studie zeigen zwar, dass das Thema an sich bereits im Pflegesektor von Bedeutung ist – Wirklich genutzt werden die bestehenden Angebote jedoch nach wie vor nur unzureichend. Ein Grund ist wohl auch die Tatsache, dass vielen Pflegekräften die Vorteile nicht bewusst genug sind und möglicherweise ein Mangel an technischem Wissen besteht, der die Anwendung der bestehenden Lösungen im ePflege-Bereich behindert. Das liegt auch daran, dass viele Arbeitgeber jene Lösungen in ihrer aktuellen Form gar nicht akzeptieren. Allgemein fehlt es der Studie nach an technischen Schnittstellen – Sowohl zwischen den Akteurinnen und Akteuren in der Pflege als auch zwischen der Pflegebranche an sich und anderen Bereichen des Gesundheitssystems.

WAS SICH ÄNDERN SOLLTE

Das Institut für angewandte Pflegeforschung nennt auch Vorschläge, verbessert werden muss. Zum einen könne eine „Initiative ePflege“ geschaffen werden. Dabei würde es sich um eine Plattform handeln, an der an Informations- und Kommunikationstechnologien in der Pflege interessierte Parteien beteiligt sind, d.h. sowohl Pflegebedürftige, Angehörige, Pflegekräfte, Wissenschaftler, Politiker und Kostenträger. Die Initiative soll die aktuellen Probleme bei der ePflege identifizieren und Lösungen hervorbringen. Da auch mangelnde Transparenz eines dieser Probleme ist, soll ein Aufbau einer „Geschäftsstelle ePflege“ diese verbessern: Menschen müssten über die Möglichkeiten informiert werden, die ePflege bietet. Das gilt nicht nur für die Beschäftigten im Pflegesektor selbst, sondern auch für die Leistungsempfänger. Eine „Bildungsoffensive Digitalisierung in der Pflege“ soll dann die Qualifizierung an Mann und Frau bringen, die nötig ist, um moderne Lösungen in der Pflege auch wirklich umzusetzen. Zuletzt müsse die Pflege außerdem in die Telematik-Infrastruktur eingebracht werden, also Informatik und Telekommunikation müssen stimmen.

Die Pflege von Mensch zu Mensch werden digitale Lösungen nie ersetzen können. Wenn aber Pflegerinnen und Pfleger durch solche Angebote besser entlastet werden können, haben sie mehr Zeit, um wirklich etwas für die Pflegebedürftigen zu tun und selbst am Ende des Tages weniger gestresst zu sein. Eine Auseinandersetzung mit diesem spannenden Thema ist es also in jedem Fall wert.