Der Kopf brummt und die Konzentration fällt schwer – Kopfschmerz ist selten einfach zu ignorieren. Natürlich kann man die Symptome bekämpfen, aber sinnvoller ist eigentlich eine Ursachen-Forschung. Hier ein paar typische Ursachen für Kopfschmerzen, was der Unterschied zu einer Migräne ist und was man dagegen unternehmen kann.

Was ist eigentlich Kopfschmerz?

Jeder hatte in seinem Leben wohl schon einmal Kopfschmerzen und könnte gerne darauf verzichten. Doch kommen sie bei manchen in ganz bestimmten Situationen immer wieder. Es gibt natürlich Auslöser, die uns wohlbekannt sind – zum Beispiel weil wir erkältet sind, am Abend zuvor Alkohol konsumiert haben, Stress auf der Arbeit oder privat haben oder weil wir einfach nicht genug getrunken haben.

Nach der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) bekommen bei 70 Prozent der Deutschen Kopfschmerzen vereinzelt oder an bis zu 15 Tagen im Jahr vor. Außerdem leiden statistisch gesehen Frauen häufiger unter Kopfschmerzen als Männer.

Verschiedenste Arten von Kopfschmerz haben verschiedene Ursachen.

Im ICD-10 (International Classification on Diseases, 10. Auflage), welche von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgebracht wurde, wird festgehalten, dass es 13 verschiedene Hauptgruppen von Kopfschmerzen gibt. Darunter fallen wiederum einige Unterkategorien, sodass sie insgesamt auf 250 verschiedene Arten von Kopfschmerzen kommen. Davon sind gut 90 Prozent auf die beiden großen Gruppen von Kopfschmerzarten zurückzuführen: Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Migräne.

 

Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Die „Kopfschmerzen vom Spannungstyp“ sind die klassischen Kopfschmerzen, die wir wohl alle kennen. Das sind die, die durch verschiedene Situationen im Alltag ausgelöst werden oder zum Beispiel durch falsche/schlechte Ernährung.

 

Typische Ursachen hierfür sind:

  • Zu wenig Frischluftzufuhr am Arbeitsplatz. Studien beweisen, dass der Ausstoß von Kohlendioxid signifikant die Symptome von Kopfschmerzen und Müdigkeit fördert
  • Zu hoher Alkohol-Konsum
  • Falsches, unregelmäßiges Essen
  • Zu wenig Trinken
  • Nicht genug Schlaf
  • Verspannungen in Rücken- und Schulterbereich

Oft beginnen diese Schmerzen im Nackenbereich dumpf, drückend oder ziehend und breiten sich im weiteren Verlauf über verschiedene Stellen im Kopf aus. Dieser Schmerz kann dann von 30 Minuten bis zu einigen Tagen anhalten. Eine Licht- und Lärmempfindlichkeit wie bei Migräne ist zwar nicht typisch für das Krankheitsbild, kann aber dennoch vorkommen.

 

Vorbeugende Maßnahmen, damit es nicht zum Kopfschmerz kommt:

  • Bei den ersten Anzeichen einen halben Liter Wasser trinken, falls es mit dem Wasserhaushalt zusammenhängt
  • Meditation
  • Bei Beginn wenn gerade möglich, ein kurzes Nickerchen dazwischenschieben und einfach mal kurz die Augen schließen (auch als „Powernapping“ bekannt)
  • Darauf achten, über den Tag verteilt genug zu Essen und Trinken

 

Soforthilfe, wenn der Schmerz da ist:

  • An die frische Luft und einen Spaziergang machen. Vorteil: Sie bauen zugleich Stress ab.
  • Ein heißes Bad kann die Verspannungen lösen, die den Schmerz verursachen.
  • Leichte Massage der Schläfen und Kopfhaut.
  • Pfefferminzöl oder Lavendelöl unterstützten die Massage. Ein paar Tropfen auf die Finger und dann leicht die Schläfen massieren. Stündlich wiederholen. Für unterwegs gibt es auch spezielle Stifte mit Ölen gegen Kopfschmerzen.
  • Eine Fußreflexzonen-Massage.
  • Kaffee trinken steigert die Durchblutung des Gehirns und kann Kopfschmerzen lindern. Am besten wirken starke Sorten wie Espresso oder Mocca.
  • Kalter Waschlappen auf der Stirn.
  • Falls nichts davon anschlägt, eine Tablette nehmen, bevor sich der Schmerz festsetzt.
  • Bei zu häufigen Beschwerden einen Arzt aufsuchen.

 

Migräne

Ob auf der Arbeit oder im privaten Umfeld – Migräne macht es einem dort nicht leicht. Auf der Arbeit ständig zu fehlen, und häufig kurzfristig auszufallen, wird weder bei Chefs noch Kollegen gerne gesehen, auch wenn man nichts dafür kann. Viele halten Migräne für eine Ausrede. Was sie allerdings oft nicht wissen ist, wie sehr die Betroffenen darunter leiden. Wenn eine Migräne-Attacke kommt, können Betroffene oft gar nichts mehr tun, außer alleine in einem dunklen Raum zu liegen, ohne Geräusche und äußere Einflüsse.

 

Was ist Migräne

Migräne ist eine Erkrankung des Nervensystems. Das Wort Migräne kommt vom lateinischen Wort „migrare“, was soviel bedeutet wie „wandern“. Das bezieht sich auf den Verlauf einer Migräne. Oft beginnt diese im Nackenbereich und breitet sich im weiteren Verlauf über verschiedene Stellen im Kopf aus. Sogar die Schmerz-Intensität unterzieht sich einer Wanderung, denn zu Beginn ist der Schmerz eher dumpf, ziehend oder drückend wie bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Wird aber beim Voranschreiten des Anfalls charakteristischer zu Migräneschmerz. Diese werden als pochend, pulsierend oder sogar hämmernd beschrieben.

Migräne ist mehr als “starke Kopfschmerzen”.

Hierzu kommen noch die lästigen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen oder auch die Licht- und Lärmempfindlichkeit, die die Betroffenen kraftlos und erschöpft macht. Die meisten Migräniker leiden einen Tag unter den Symptomen. Bei 10 Prozent der Fälle dauert es 72 Stunden. Und in den seltensten Fällen dauern diese noch länger an, dann wird dies auch „migräneartiger Dauerzustand“ genannt. Bei einem Drittel der Migräniker zeichnen sich ein paar Tage im Vorfeld bereits die ersten unspezifischen Symptome der Migräne ab. Diese können sich in starker Gereiztheit, Appetit auf Süßes bis zur Müdigkeit und vielem mehr äußern.

 

Wie entsteht Migräne

Warum es zu Migräne-Anfällen kommt, ist immer noch weitestgehend umstritten. Denn es ist schwierig, den eigentlichen Schmerzherd zu lokalisieren. Dennoch ist dem Migräneforscher Jean Schoenen im Jahr 1984 gelungen, die Reizverarbeitung bei Migräne-Patienten durch Labormessungen zu untersuchen und hat Erstaunliches herausgefunden:

Das Gehirn von Migränikern reagiert deutlich anders auf Stress, als das eines gesunden Menschen. Bei einem gesunden Menschen stellt sich nach einer gewissen Zeit eine Art Routine ein, das heißt, das Gehirn gewöhnt sich daran und schaltet automatisch wieder runter. Das hat zur Folge, dass auch der Blutdruck gesenkt wird und die Blutversorgung wieder auf normal zurückfährt.

Migräne hat nicht “die eine” Ursache und ist zudem unterschiedlich ausgeprägt.

Bei Migränikern ist es hingegen so, dass sich das Gehirn nicht an die Stresssituation gewöhnt und so unter Dauerstress und Hochdruck weiterarbeitet. Was entsprechend zur Folge hat, dass der Blutdruck oben bleibt und die Blutversorgung weiter ordentlich pumpt, was das starke Pochen im Gehirn verursacht. Fakt ist aber auch, dass nicht nur ein einzelner Faktor wie Stress Migräne hervorruft, sondern dass jede Migräne aus mehreren Faktoren im Zusammenspiel entsteht. Außerdem gibt es Abstufungen in der Intensität, der Dauer und in der Ausprägung.

Generell unterscheidet man zwischen:

  • Migräne ohne Aura (oben beschrieben)
  • Chronische Migräne
  • Migräne mit Aura
  • Migräne mit verlängerter Aura

Chronische Migräne

Von chronischer Migräne spricht man, wenn die Migräne mindestens drei Monate lang an 15 Tagen im Monat kommt. Allerdings passiert dies meistens erst, wenn bereits eine seit Jahren bestehende Kopfschmerzerkrankung vorliegt.

Migräne mit Aura

Jeder zehnte Migräniker hat bei Beginn der Symptome Störungen im zentralen Nervensystem, welche man Aura nennt. Sie kommen innerhalb von Sekunden und bleiben bis zu einer Stunde.

Migräne-Aura hat ihren Namen von der griechischen Göttin der Morgenröte Aurora und dem damit verbundenem Sehphänomen der Nordlichter. Bevor die Kopfschmerzattacke eintritt, treten innerhalb von 15-30 Minuten langsam immer stärker werdende neurologische Störungen auf. In etwa 90 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um Sehstörungen. Hierbei treten am Rande des Gesichtsfeldes plötzlich flimmernde Punkte, Zickzacklinien, Schlieren oder Schleier auf. Klassischerweise beginnen nach der Aura die typischen Kopfschmerzen.

Es gibt aber auch Fälle, in denen sich die Migräne-Erkrankung ohne Kopfschmerzen äußert, aber mit einer Aura. Da die Auren-Symptome meist nur 30 Minuten bleiben, ohne richtigen Kopfschmerz zu verursachen, wissen viele Menschen überhaupt nicht, dass sie an Migräne leiden. Was viele nicht wissen, ist, dass die Aura selbst die Migräne ist und kein Vorbote. Allerdings ist sie auch ein klassisches Symptom. Wenn danach der Kopfschmerz einsetzt, handelt es sich definitiv um Migräne.

Migräne mit verlängerter Aura

Bei dieser Sonderform der Migräne halten die Störungen im zentralen Nervensystem deutlich länger an. Wir sprechen dabei von einer Dauer zwischen 60 Minuten und sieben Tagen.

 

Maßnahmen gegen Migräne

Therapeutische Maßnahmen, die zur Vorbeugung einer Attacke hilfreich sein können, sind:

  • Massagen
  • Wärmeanwendungen
  • Triggerpunktinjektionen im Bereich der Kopf- und Nackenmuskulatur
  • Trigger (Auslöser) finden und vermeiden

Mit diesen Maßnahmen kann man den permanenten unterschwelligen Stressreiz reduzieren werden und die Attacken damit verringern.

 

Kopfschmerz ist vielseitig, aber ebenso die Gegenmaßnahmen

Wie wir hier sehen können, gibt es nicht einfach nur die eine Kopfschmerzart und auch nicht den einen Migränetyp. Sicherlich ist nicht jeder von Migräne betroffen, aber ein „Kopfschmerztagebuch“ kann jedem, der des Öfteren unter Kopfschmerzen leidet, dabei helfen, mögliche Ursachen herauszufinden und entsprechend zu handeln.

Ein gesunder Lebensstil hilft nicht nur gegen Kopfschmerzen.

Die genannten Tipps sind übrigens nicht nur hilfreich, um das Risiko für Kopfschmerzen vom Spannungstyp und Migräne zu vermeiden, sondern entschleunigen auch unseren Alltag ein wenig. Seit dem Zeitalter der Handys und dem immer stärker werdenden (Zeit-)Druck in Arbeits- und auch Privatleben stehen wir einfach viel zu stark unter Stress. Das schadet unserem ganzen Körper, sowie der Seele und dem Geist. Wenn wir generell ein wenig mehr auf unsere Gesundheit achten, ist unser Körper auch besser in der Lage, gesundheitliche Schwierigkeiten zu verarbeiten und zu überwinden.