Der Alltag für pflegebedürftige Senioren im Alten- oder Pflegeheim, aber auch in der eigenen Wohnung, besteht in der Regel aus einem täglichen festen Rhythmus. Das ist zum einen wichtig, andererseits muss dieser aber ab und zu auch durch Aktivierung durchbrochen werden. Diese richtig zu gestalten kann schwierig sein.

Grundlegendes zur Aktivierung

Im Vordergrund der Aktivierungsplanung sollten immer die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen stehen. Ziel ist es, mehr Schwung in den Alltag zu bringen und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Und das kann durch ganz verschiedene Maßnahmen erreicht werden: Menschen, die ihr ganzes Leben lang praktisch tätig waren, können vielleicht eher mit körperlichen Übungen angesprochen werden; dagegen gibt es viele Menschen, die auch gern geistige Anregungen annehmen.

Hobbies und Gewohnheiten bleiben meist ein Leben lang bestehen: Was hat die Person beruflich gemacht, wofür interessiert sie sich?

Gibt es Möglichkeiten, diese Interessen auch in der Pflegebedürftigkeit noch direkt anzusprechen? Abwechslung im Alltag, gemeinsame Aktivitäten und persönliche Ansprache können wahre Wunder gegen Einsamkeit und Langeweile wirken.

Aktuelles einbeziehen

Im Internet gibt es viele Angebote und Materialien für die Aktivierung ihrer Patienten, z.B. auf mal-alt-werden.de. Dies können beispielsweise Quizfragen, Spiele, Bilder, Lieder oder Rätsel sein. Abgestimmt wird alles möglichst zu einem aktuellen Anlass: dies mag ein jahreszeitliches, sportliches oder kulturelles Thema sein – Erntedankfest, Weihnachten, Frühling, Olympiade, beliebte Fernsehserien oder ähnliches. Jede Pflegeperson bzw. Pflegestation kann sich so eine Sammlung von Unterlagen erstellen und archivieren, die in gleicher oder ähnlicher Form wiederverwendet werden können.

Dazu zählen einfache Bastelmaterialien, zum Beispiel kleine Puzzlespiele oder Bilder zum eigenen gestalten, die später im Aufenthaltsraum aufgehängt werden und damit auch zur Identifizierung der Senioren mit ihrem Haus beitragen können. Auch die häusliche Pflege kann mit solchen Materialien abwechslungsreicher gestaltet werden. Angehörige wissen ja sehr genau, auf welche Themen und Anreize ihre Lieben positiv reagieren und können damit ganz individuell agieren. Und oft sind es nicht unbedingt neue, aufregende Ideen, die von den Pflegebedürftigen besonders geschätzt werden, sondern ein achtsames Gespräch oder ein vertrautes Lied.

Fähigkeiten erhalten

Aktivierung dient auch dazu, Fähigkeiten zu erhalten oder zu reaktivieren. Nachlassende Sehkraft oder abnehmende Beweglichkeit und Geschicklichkeit führen oft dazu, dass auch kurze und einfache Alltagstätigkeiten wie zum Beispiel Waschen oder Kämmen nicht mehr selbst bewältigt werden können.

Eine auf die Fähigkeiten und Wünsche abgestimmte Aktivierung kann den Pflegebedarf in bestimmten Bereichen vermindern und bis zu einem gewissen Grad eine neue Selbstständigkeit herstellen.

Schließlich erhält geistige Anregung auch geistige Fähigkeiten genauso gut, wie körperliche Aktivierung die Muskeln fit hält.

Langfristig und individuell planen

Pflegekräfte sollten trotz knapper zur Verfügung stehender Zeit versuchen, die Ergebnisse der Aktivierungsangebote zu dokumentieren. Dies strukturiert und erleichtert die Arbeit. Die Planung von Aktivitäten und die Einschätzung der Resonanz Einzelner bzw. der Gruppe werden damit langfristig vereinfacht.

In Alters- und Pflegeheimen können zusätzlich auch regionale Kontakte genutzt werden, um den Bewohnern interessante Abwechslung zu bieten. Manche Einrichtungen erhalten regelmäßig Besuch aus dem Kindergarten von nebenan, der Kirchenchor singt zu Ostern oder es werden Ausflüge in die Naherholungsgebiete angeboten. Solche besonderen Angebote lassen die Stimmung steigen und lassen alle näher zusammenwachsen.

 

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