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In der Nachtschicht zu arbeiten bedeutet offiziell, zwischen 23 und 6 Uhr mindestens zwei Stunden zu arbeiten. Es gibt viele Berufsfelder, die das betrifft: Bäcker, Stahlarbeiter, aber auch Pflegerinnen und Pfleger. Gerade letztere haben weniger geregelte Arbeitsabläufe und damit häufig mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Wir geben Tipps, wie man am besten mit Nachtschichten umgeht.

ARBEIT ZU SPÄTER STUNDE

Nachts zu arbeiten bedeutet gegen die innere Uhr zu arbeiten. Morgens zu schlafen, wenn die innere Uhr gerade anfängt aufzuwachen, ist schwierig. Wenn die Schicht anfängt, meint dieselbe Uhr dann, man solle sich eigentlich langsam zu Bett begeben. Regelmäßige Nachtschichten können verschiedene Probleme mit sich bringen: Neben den zu erwartenden Müdigkeitsproblemen kann z.B. auch der Magen-Darm-Trakt belastet werden.

Solche Probleme lassen sich oft darauf zurückführen, dass der Mensch trotz veränderter Ansprüche an althergebrachten Gewohnheiten festhält.

Häufig essen und trinken Pflegerinnen und Pfleger z.B. nachts, wie sie es vom Tag gewohnt sind. Der Tagesrhythmus ist jedoch ein anderer und darum sollten die Mahlzeiten dieser Lebensführung angepasst werden.

Am Tag zu schlafen ist nicht so erholsam wie nachts. Das liegt daran, dass der Mensch von Natur aus auf einen Tag-Nacht-Rhythmus hin ausgerichtet ist. Gerade, wenn eine länger andauernde Umstellung eintritt, summiert sich das Schlafdefizit. Gereiztheit und Konzentrationsschwäche infolge von Nachtschichten führen zudem zu einer erhöhten Fehlerquote, was ein höheres Unfallrisiko nach sich zieht. Immer wieder wird beobachtet, dass vor allem bei einer Folge von mehreren Nachtschichten hintereinander die Fehlerquote steigt.

TIPPS FÜR DIE NACHTSCHICHT

In vielen Berufen, auch in der Pflege, sind Nachtschichten unausweichlich, denn gute Pflege hört nicht beim Abendessen auf. Für die Pflegekräfte fällt der klassische Frühstück-Mittagessen-Abendessen-Rhythmus bei Nachtschichten aus. Nachts schaltet der Magen-Darm-Trakt jedoch auf „Energiesparmodus“. Um ihn nicht noch weiter zu strapazieren, sollten nachts daher keine schweren Mahlzeiten eingenommen werden, die einen zusätzlich müde machen. Es ist eher sinnvoll alle drei bis vier Stunden kohlenhydrat- und proteinreiche Nahrungsmittel wie Brot, Eier, Quark, Nudeln oder Kartoffeln zu sich zu nehmen. Kaffee hilft manchen Menschen dabei wach zu bleiben, sollte aber zum Ende der Nachtschicht weggelassen werden, damit man morgens einschlafen kann.

Gegen Müdigkeit und Erschöpfung nach der Nachtschicht hilft es, sich anschließend möglichst direkt schlafen zu legen (selbst wenn man sich nicht danach fühlt!) und den Schlafraum kühl und dunkel zu halten.

Es ist außerdem wichtig, dass Nachtschichten nicht über eine allzu lange Dauer verrichtet werden, da besonders mehrere Nachtschichten aufeinander zu Problemen führen können.

Nach drei oder vier Nachtschichten sollte eine längere Ruhepause geplant werden, in der der Körper sich erholen kann. Auch das „Team“ zu Hause, also die eigene Familie, sollte mitziehen, so dass die Pflegekraft so gut wie möglich zur Ruhe kommen kann und nicht durch Termine oder Lärm am Schlaf gehindert wird.

VON EULEN UND LERCHEN

Der biologische Tag-Nacht-Rhythmus verschiedener Menschen ist unterschiedlich. Man unterscheidet sogenannte „Eulen“ von sogenannten „Lerchen“. „Eulen“ können wunderbar nachts arbeiten, haben jedoch große Schwierigkeiten in der Frühschicht, da sie morgens Probleme haben wach zu werden und nachts produktiver sind. „Lerchen“ hingegen reagieren besonders empfindlich auf Nachtschichten. Dabei handelt es sich natürlich um kein stures Entweder-Oder, sondern Menschen bewegen sich auf einem Spektrum dazwischen. Trotzdem kann es helfen, in einem Team darauf zu achten und die Pflegerinnen und Pfleger ihren Bedürfnissen nach im Schichtdienst einsetzen.

Übrigens: Die klassische Idee des „Vorschlafens“ hilft leider nicht. Im Gegenteil: Das bringt den Rhythmus eher noch mehr durcheinander – Durch Vorschlafen fühlt man sich nicht wirklich ausgeruht und kommt anschließend noch schlechter zur Ruhe.