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Fachkräfte, die in der Patientenversorgung tätig sind und dabei häufigen Umgang mit Nadeln, Kanülen und Lanzetten haben, sind während der Arbeit einem gewissen Risiko durch Nadelstichverletzungen ausgesetzt, welches sich im Ernstfall auf die Gesundheit der betroffenen Person auswirken kann. Die Prävention sollte daher sehr ernst genommen werden und falls es doch einmal zur Verletzung kommt, ist die entsprechende Behandlung wichtig.

RISIKEN DURCH NADELSTICHVERLETZUNG

Jedes Jahr werden in Deutschland tausende Nadelstichverletzungen gemeldet. Die Dunkelziffer ist jedoch weitaus höher. Wer bei der Versorgung von Patienten mit Nadeln und Kanülen arbeitet, fügt sich ungewollt schnell mal selbst einen Stich zu. Der kleine Stich an sich wirkt harmlos, aber jede Stichverletzung sollte ernst genommen werden, um die eigene Gesundheit nicht unnötig zu gefährden.

Durch Körperflüssigkeiten wie beispielsweise Blut, die sich an der Nadel befinden, können leicht genügend Erreger übertragen werden, sodass es zur Infektion kommt. Besonders Hepatitis B und Hepatitis C, sowie HIV bergen ein großes gesundheitliches Risiko.

Ob es zur Infektion kommt, hängt vom Virus ab und auch vom Zustand des behandelten Patienten, dem eigenen Immunsystem und Faktoren wie zum Beispiel die Tiefe der Wunde oder die Dauer von Verletzung bis Behandlung.

STICHVERLETZUNGEN VERHINDERN UND NOTFALLS BEHANDELN

Um Nadelstichverletzungen in der Pflege zu verhindern, sollte immer darauf geachtet werden, dass nur sichere Instrumente benutzt werden und diese fachgerecht entsorgt werden. Da Stichverletzungen häufig unter Zeitdruck passieren, ist es wichtig derartige Tätigkeiten in Ruhe auszuführen. Auch durch regelmäßige Schulungen der Pflegekräfte zum Thema Gefahren und Prävention kann das Risiko erheblich verringert werden.

Falls es doch zur Nadelstichverletzung kommt, gilt grundsätzlich, dass jede potenziell kontaminierte Nadel als Risiko und somit als Notfall zu betrachten ist. Zunächst sollte man sich in diesem Fall bemühen Ruhe zu bewahren und dann unmittelbar für kurze Zeit die Blutung anregen. Die Einstichstelle ist zu spreizen und dann mit einem antiseptischen Mittel zu reinigen und zu desinfizieren. Für etwa 10 Minuten wird dann ein Tupfer, der mit Desinfektionsmittel getränkt wurde, auf der Wunde fixiert. Anschließend empfiehlt es ich einen Durchgangsarzt aufzusuchen.

Die exakte Vorgehensweise ist jedoch immer auch abhängig vom jeweiligen Virus, der übertragen worden sein könnte. Zudem sollte die betreffende Nadel sicher aufbewahrt werden, damit eine mikrobiologische Untersuchung durchgeführt werden kann. Außerdem muss der Vorfall genau dokumentiert werden und eine Unfallmeldung an die Berufsgenossenschaft und die zuständige Unfallversicherung gesendet werden. Aufgrund des Infektionsrisikos während der täglichen Arbeit, wird Pflegepersonal daher empfohlen eine Hepatitis B Impfung durchführen zu lassen, um das Risiko zu mindern.