Gute Bewegungsförderung ermöglicht Pflegebedürftigen ihre Gesundheit und Selbstständigkeit zu erhalten oder sogar erheblich zu verbessern.

Ein grundlegender Bestandteil der Pflege

Die Bewegungsförderung ist ein grundlegendes Ziel der Pflege, um pflegebedürftige Menschen wieder in den Alltag einzugliedern. Allerdings besteht manchmal eine gewisse Unsicherheit, welche Maßnahmen denn nun für den jeweiligen Patienten am besten geeignet ist. Vielen Patienten sind außerdem die möglichen Folgen ihrer eingeschränkten Bewegungsfreiheit nicht wirklich bewusst. Das kann ihre Motivation verringern, die Maßnahmen ernst zu nehmen.

Der Verlust von Bewegungsfunktionen hat jedoch große Auswirkung auf verschiedene Bereiche des Lebens: Zunächst verschlechtert sich die Wahrnehmung und alltägliche Bewegungsabläufe fallen schwerer. Mögliches Resultat: Erhöhte Sturzgefahr. Diese wiederum kann nicht nur zu Verletzungen führen, sondern sorgt auch für Angst vor weiteren Stürzen. Dem eigenen Körper nicht mehr zu trauen senkt das Selbstwertgefühl, man kommt weniger herum und die dadurch sinkende geistige Stimulation ist schlecht fürs Gedächtnis.

Man sieht also: Bewegungsförderung bringt viel mehr als nur Muskeltraining.

Eine gezielte Bewegungsförderung kann so den Patientinnen/Patienten ermöglichen, länger aktiv und schneller in ihren Bewegungen zu werden. Gleichzeitig müssen die Pfleger weniger zusätzliche Arbeit leisten, da die Menschen mit Pflegebedürfnis an Selbstständigkeit gewinnen.

Hindernisse und Lösungen

Es gibt jedoch auch Grenzen, auf die man in der Pflege stoßen kann: Zum einen gibt es für Patienten oft zu wenig Anreiz sich zu bewegen, besonders im Krankenhausalltag. Und in den alltäglichen Zeitmangel von Pflegekräften lassen sich zusätzliche Maßnahmen nur schwer unterbringen. Die Pflegebedürftigen wiederum könnten Angst haben sich zu verletzen, oder bestimmte Angewohnheiten könnten die Pflege erschweren (z.B.: „Wenn man krank ist, bleibt man im Bett“). Viele Pflegekräfte wünschen sich zudem bessere Unterweisung und mehr Unabhängigkeit.

Wichtig ist ein bewegungsfördernder Leitsatz, an den sich die ganze Einrichtung halten sollte. Die Selbstständigkeit der Pflegekräfte muss gestärkt werden und Einrichtungen sollten die nötigen Hilfsmittel zur Verfügung stellen. Außerdem müssen sowohl die Patienten, als auch in manchen Fällen die Angehörigen, ausreichend aufgeklärt werden, damit das Verständnis für die Notwendigkeit des Trainings ersichtlich wird und somit auch die Motivation gesteigert werden kann. Gewinnbringend ist dabei auch der gegenseitige Austausch untereinander. Durch Teamwork kann so die beste Bewegungsförderung für alle ermöglicht werden.

Neue Förderungstechniken in der Pflege

Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) bietet eine Übersicht über Techniken zur Bewegungsförderung an, die auf einer Studie der Universität Bielefeld basiert. Darin wird beschrieben, welche Voraussetzungen für die jeweilige Förderung gegeben sein müssen und was bei der Durchführung zu beachten ist. Außerdem werden die Trainingsprogramme dadurch unterschieden, welche geistigen und körperlichen Fähigkeiten die Pflegebedürftigen mitbringen sollten und welche Wirkung die Übungen auf die Patienten haben. Die Einschätzung der Wirkung beruht dabei auf den aktuellen Wissensstandpunkt der Universität Bielefeld. 20 verschiedene Programme werden vorgestellt, vom physischem Balancetraining für Menschen mit Demenz, bis hin zu Nintendo-Wiiâ-Bowling. So werden die Patienten auch spielerisch wieder an die Selbstständigkeit herangeführt. Einen Link zu der Übersicht und den verschiedenen Bewegungsförderungen gibt es hier.