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Wenn eine neue Mitarbeiterin oder ein neuer Mitarbeiter in ein bestehendes Pflegeteam integriert wird, gilt es sich auf ein neues Umfeld einzustellen. Aber auch das bereits bestehende Team muss den neuen Kollegen willkommen heißen, seine Stärken optimal zu nutzen lernen und bei Schwächen helfen.

ALLER ANFANG IST SCHWER

Beide Seiten werden zu Beginn Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen haben, denn eine neue Situation kann positiv, aber auch negativ sein. Für Pflegeteams gilt daher, sich mit offener Kommunikation, freundlichem Auftreten und positiver Haltung beider Seiten aufeinander einzustimmen – Idealerweise haben schließlich alle den gemeinsamen Erfolg zum Ziel.

Der Arbeitgeber hat den neuen Mitarbeiter eingestellt, um das Pflegeteam zu unterstützen oder bestimmte Bereiche der Pflege abzudecken. Im optimalen Fall hat der Arbeitgeber den Zweck bereits kommuniziert.

Zu den Aufgaben des Arbeitgebers gehört nun die Gestaltung einer optimalen Einarbeitung. Die Arbeitsabläufe der neuen Arbeitsstelle müssen erläutert und Regeln kommuniziert werden.

Über das theoretische Maß hinaus muss die neue Kollegin oder der neue Kollege auch sozial in das Team integriert werden.

DAS TEAM

Viele Menschen haben vor ihrem Start bei einer neuen Arbeitsstelle immer die gleichen Sorgen: Werde ich gut angenommen? Ist es vielleicht ein eingeschworenes Team, das „Neue“ ablehnt? Auch das Team ist sicher schon gespannt auf den neuen Kollegen; bringt ebenfalls Erwartungen, Wünsche und Befürchtungen mit. Um eine reibungslose Einarbeitung zu gewährleisten, sollte das Team der neuen Mitarbeiterin oder dem neuen Mitarbeiter offen gegenüberstehen. Ausgrenzung hat in einem professionellen Arbeitsumfeld schlicht nichts zu suchen. Jeder Berufstätige hat bereits die Erfahrung gemacht, wie es ist, als neuer Mitarbeiter zu einem bestehenden Team zu stoßen. Hat sich das Team schon lange Zeit nicht mehr personell verändert, empfiehlt es sich die Thematik in Teamsitzungen nochmal kurz anzusprechen und die Mitarbeiter zu sensibilisieren.

DER/DIE „NEUE“

Was die neue Mitarbeiterin oder der neue Mitarbeiter erwartet, ist von vielen Faktoren abhängig. Wurde schon viel Erfahrung in unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen gesammelt oder handelt es sich um eine Berufseinsteigerin oder einen Berufseinsteiger? Warum der Wechsel der Arbeitsstelle? Wie ist die Persönlichkeit des Mitarbeiters? Ist er offen und aufgeschlossen oder eher abwartend und schüchtern?

Als neu eingestellter Mitarbeiter gilt es, freundlich und vor allem offen zu sein.

Gerade wenn man Vorerfahrungen hat, sollte man nicht direkt „mit der Tür ins Haus Fallen“ und jetzt von allen fordern, alles anders zu machen. Damit stellt man sich schnell selbst ins Abseits. Fragen zu stellen ist keine Schande – So lassen sich viele Fettnäpfchen direkt vermeiden.

Je nachdem welche Vorerfahrung ein neuer Mitarbeiter bereits mitbringt, muss man sich immer vor Augen führen, dass er sich auf die Stelle beworben hat, im Vorstellungsgespräch überzeugt und den Arbeitsvertrag unterschrieben hat – er möchte in der neuen Pflegeeinrichtung seinen Dienst verrichten und der Arbeitgeber möchte ihn gern haben.

DIE EINARBEITUNG

Auch wenn fachliche Inhalte grundsätzlich klar sein sollten, kann eine fachliche Einarbeitung sinnvoll sein. Besonders, wenn die Einrichtung auf ein Gebiet stark spezialisiert ist, sollten fachliche Inhalte zur Sprache gebracht werden, denn Vorerfahrungen sind oft vergleichsweise allgemein gehalten. Die Arbeitsbedingungen müssen in jedem Fall kommuniziert werden. Jedes Haus, jede pflegerische Einrichtung hat leicht abgewandelte Regeln, an die es sich zu halten gilt. Diese Regeln sollten eingehend klargemacht und auf Fragen eingegangen werden: Welcher Ton herrscht im Pflegeteam? Was ist noch lockerer Umgang, was respektlos?

Die Arbeitsprozesse in einem Team haben sich über Zeit entwickelt und eingespielt. Die Kenntnis über diese Prozesse erleichtert einen reibungslosen Ablauf. Es reicht also nicht, diese nur kurz zu erwähnen. Vielmehr sollte auch eine gestandene Pflegekraft ordentlich eingearbeitet werden und die Möglichkeit bekommen, auch im Nachgang Fragen zu stellen – eine gute Möglichkeit bieten Evaluationsgespräche: Was klappt, wo sind noch Unklarheiten oder Fragen? Grundsätzlich sind also vor allem zwei Dinge Schlüssel zu einem guten Arbeitsklima: Offenheit und die Aussprache im Team.