pflegeberufsbesetz

Da bisherige Regelungen der Pflegeausbildung nicht mehr mit der Entwicklung zur älter werdenden Gesellschaft harmonieren, wurde das Pflegeberufsgesetz entworfen, welches in Zukunft die Ausbildung in den Berufsfeldern der Altenpflege, Kinderkrankenpflege und Gesundheitspflege in einem Gesetz zusammenfassen soll. Das neue Gesetz wird damit das Altenpflegegesetz und das Krankenpflegegesetz ablösen.

EINE AUSBILDUNG FÜR ALLE PFLEGEBERUFE

Basis des neuen Gesetzes ist eine allgemeine, zusammengefasste Grundausbildung von drei Jahren.

Nach Abschluss dieser Ausbildung dürfen sich die Auszubildenden „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ nennen und sollen in mehreren Arbeitsfeldern der Pflege eingesetzt werden können. Welche Kenntnisse genau in diesen drei Jahren vermittelt werden sollen, legen die „Eckpunkte der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung“ in einem Entwurf vor. Dabei soll die Ausbildung vorwiegend praktisch in Betrieben erfolgen.

Die Spezialisierung für die Bereiche Kinderkranken-, Alten- und Gesundheitspflege erfolgt dann nach Abschluss der dreijährigen Grundausbildung zur Pflegefachkraft, da natürlich zum Beispiel für die Kinderkrankenpflege anderes Fachwissen nötig ist als für die Altenpflege. Ein Pflegestudium soll daran anknüpfend weitere Karrierechancen eröffnen. Die allgemeine Grundausbildung soll es den Pflegefachkräften später einfacher machen als bisher, zwischen den unterschiedlichen Berufen in der Pflege zu wechseln.

UMSETZUNG DES NEUEN GESETZES

Die Umsetzung des Pflegeberufsgesetzes soll gestaffelt erfolgen und startet im Jahr 2016. Der erste Jahrgang der Grundausbildung soll zu Beginn des Jahres 2018 die Ausbildung anfangen. Dabei entfällt das Schulgeld und es ist geplant stattdessen eine Ausbildungsvergütung zu zahlen, um das Berufsfeld für potenzielle Auszubildende attraktiver zu machen.

Hintergrund des Pflegeberufgesetzes ist der Personalmangel in Altenheimen und Krankenhäusern. Gerade da unsere Gesellschaft im Durchschnitt immer älter wird, ist es laut Gesetzentwurf wichtig, den Pflegeberuf aufzuwerten, um eine solide Basis für die Versorgung im Alter in der Zukunft zu schaffen. Dazu zählt auch eine faire tarifliche Entlohnung in allen Bereichen der Pflege, die bislang zwischen den einzelnen Berufsfeldern sehr schwankte.

Ausbildungsbetriebe und Pflegeschulen haben nun noch bis Anfang 2018 Zeit die entsprechenden Rahmenbedingungen für das neue Ausbildungsmodell zu schaffen und sich darauf einzustellen.