Illustration Menschen verschiedener Herkunft

Der Mangel an Pflegekräften ist in Deutschland allgegenwärtig. So werden immer mehr Pflegekräfte aus dem Ausland geworben. Wie ist die Sicht dieser Pflegekräfte? Welche Hürden müssen sie meistern?

Warum werden Pflegekräfte aus dem Ausland eingestellt

Bei der Frage, ob ein pflegebedürftiges Familienmitglied doch lieber im eigenen Heim betreut wird, entscheiden sich viele Familien für ambulante Pflegekräfte aus dem Ausland. Der Grund dafür liegt in den geringeren Kosten und der 24 Stunden Pflege, die angeboten wird. Aber nicht nur private Haushalte, sondern auch Pflegeeinrichtungen stellen Pflegepersonal aus dem Ausland ein.

Die meisten ausländischen Pflegekräfte kommen aus Osteuropa – Ländern wie Polen, Ungarn, oder Rumänien. Aber auch aus Italien, Spanien, Indien oder Vietnam werden Pflegekräfte eingestellt. Die meisten Pflegekräfte aus dem Ausland kommen über Agenturen nach Deutschland, die ganz gezielt Pflegepersonal aus dem Ausland werben.

Das Leben der Pflegekräfte in Deutschland

Die Einreise ist anspruchsvoller, als man vielleicht denkt. Vor der Einreise müssen von der Pflegekraft deutsche Sprachkenntnisse mindestens auf dem B2 Niveau nachgewiesen werden. Die meisten entscheiden sich deshalb aus Zeit- und Kostengründen, den Sprachkurs in dem jeweiligen Herkunftsland zu absolvieren. In Deutschland besuchen aber dann viele weiterhin einen Sprachkurs, um die Kenntnisse zu vertiefen. Denn nur so kann die Sprachbarriere überwunden werden.

Die zwei größten Hürden: Sprache und Bürokratie.

Eine weitere Hürde ist die lange Wartezeit für die Anerkennung von ausländischen Zeugnissen. Die Agenturen müssen im Voraus eine Unterkunft für die Anwerber finden, damit Pflegekräfte aus dem Ausland überhaupt einreisen können. Sie alle wiederum haben die Hoffnung auf ein besseres Leben in Deutschland. Viele sind froh darüber, einen sicheren Job mit Zukunft bekommen zu haben. Zwischen dieser Hoffnung und der Sehnsucht nach der Familie in der Heimat muss der Pflegealltag gemeistert werden.

Pflegekräfte aus dem Ausland im Pflegealltag

Tatsache ist, dass ausländische Pflegekräfte in ihrem Heimatland eine andere Ausbildung durchlaufen haben. Wie sehr sie sich von der deutschen unterscheidet, hängt mit dem jeweiligen Herkunftsland zusammen. Generell übernehmen Pflegekräfte in anderen Ländern allerdings viel mehr medizinische Aufgaben und haben oft mehr Befugnisse, wie z.B. die Verschreibungsbefugnis. Eine gewisse Einschränkung des Betätigungsfeldes erwartet also manche Pflegekräften aus dem Ausland, wenn sie nach Deutschland kommen.

Pflegeausbildung mit mehr Befugnissen erfordert Anpassungsbereitschaft

Die größte Schwierigkeit im Alltag ist und bleibt aber die Sprache. Zumindest am Anfang haben Pflegekräfte oft einige Schwierigkeiten in der Verständigung – sowohl mit Pflegebedürftigen als auch Kollegen. Auch wenn der offizielle Nachweis über die erbrachten Sprachkenntnisse vorhanden ist, fehlt es am Anfang einfach an Routine. Mit der Zeit des Aufenthalts in Deutschland bessern sich die Sprachkenntnisse der Pflegekräfte aber in der Regel deutlich. Kontakte und Freundschaften tragen sehr viel zur Verbesserung der Sprachkenntnisse bei, weil die Sprache dann auch im Privatleben trainiert wird.

Pflegekräfte aus dem Ausland ja/ nein?

Dass viele Pflegekräfte aus dem Ausland in Deutschland angestellt werden, liegt vor allem an dem Mangel an einheimischem Pflegepersonal. Pflegeeinrichtungen haben dieses Potenzial entdeckt, aber auch Privathaushalte und auch die Politik hat im Rahmen der „Konzertierten Aktion Pflege“ eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Ziel es ist, Hindernisse und Hürden für Pflegekräfte aus dem Ausland abzubauen.