pflegenotstand

Bei niedrigen Geburtenraten und einer stetig alternden Gesellschaft wird in Deutschland die Pflege in der Zukunft vor eine große Herausforderung gestellt, wenn man die aktuelle Situation betrachtet. Weniger Nachwuchs und zugleich eine steigende Lebenserwartung der Mitglieder unserer Gesellschaft, werden die Pflege in naher Zukunft vor ein großes Problem stellen, wenn sich nicht bald etwas ändert.

URSACHEN FÜR EINEN KÜNFTIGEN PFLEGENOTSTAND

Bei Pflegepersonal handelt es sich um geschulte Kräfte, die über ein hohes fachliches Wissen verfügen. Im Berufsalltag ist neben diesem Fachwissen jedoch auch körperlicher Einsatz gefragt, es besteht eine hohe emotionale Belastung und die Pflegekräfte sind oftmals starkem Stress ausgesetzt. Hinzu kommt Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit, häufig zu Lasten des Privatlebens.

Die Arbeit hochqualifizierter Pflegekräfte, die einen so wichtigen Beitrag in unserer Gesellschaft leisten, wird jedoch im Durchschnitt sehr schlecht vergütet. Zwischen Arbeitsleistung und finanziellem Ausgleich klafft eine riesige Lücke.

Dieser Mangel an Wertschätzung des Berufsfeldes, ist verantwortlich dafür, dass der Beruf Pflegekraft für potenzielle Nachwuchskräfte wenige attraktiv ist. Schon jetzt werden teils händeringend Pflegekräfte gesucht. Zahlreiche Pflegeheime Deutschlands sind unterbesetzt und die Angestellten müssen zu geringen Löhnen den Personalkräftemangel auffangen.

Das sich dies auf die Qualität der Pflege in einzelnen Einrichtungen negativ auswirken kann, ist daher nicht verwunderlich. Ändert sich in dieser Hinsicht nicht bald etwas, steht Deutschland vor einem ernsten Problem.

DER PFLEGEBERUF MUSS MEHR WERTSCHÄTZUNG ERFAHREN

Der Fachkräftemangel in der Pflege wird sich aktuellen Prognose zufolge in ca. 500.000 benötigten, aber unbesetzten Vollzeitstellen in der Pflege äußern – und das schon bis zum Jahr 2030. Zudem soll sich die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland in den nächsten 50 Jahren verdoppeln. Ändert sich in der Pflege nichts, wird dies kaum aufzufangen sein.

Bereits heute zählt der Pflegeberuf zu den Berufen, in denen viele Fachkräfte bereits lange vor dem Rentenalter berufsunfähig werden. Ursache dafür ist eine Überlastung – körperlich wie psychisch – des Pflegepersonals in vielen Heimen.

Dies und der Mangel an Wertschätzung durch oftmals schlechte Vergütung, wirft ein schlechtes Licht auf den Beruf.

Wenn gerechte, angemessene Löhne gezahlt würden, würden sich mehr Menschen für den Beruf Pflegekraft entscheiden. Es mangelt nicht grundsätzlich an Interessierten, aber die Perspektiven und die Löhne sind ein ernstzunehmendes Hindernis. Statt jedoch den Beruf attraktiver zu machen, orientiert man sich ins Ausland, um von dort günstige Arbeitskräfte für die Pflege anzuwerben. Will Deutschland die pflegerische Versorgung in Zukunft gewährleisten, muss sich zügig etwas ändern, um einen Pflegenotstand zu verhindern – ausländische Kräfte sind dafür nicht die Lösung.