2018 hat sich in der Pflege in Deutschland viel getan – Fast zu viel, um hier alles aufzuführen. Wir blicken daher auf einige spannende Punkte des ersten Halbjahres zurück.

Januar: Koalitionsgespräche über die Zukunft der Pflege

Im Januar beschlossen Union und SPD diverse Verbesserungen in der Pflege. Beim Thema Befristung von Arbeitsverträgen ohne Sachgrund konnten sie sich jedoch nicht einigen. Die SPD forderte, dass die Anzahl an Arbeitsverträgen mit Befristung vermindert werden soll. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte jedoch, dass die Meinungen zwischen den Parteien noch weit auseinander liegen würden. Ein Sofortprogramm wurde in die Wege geleitet, wodurch 8.000 zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden sollen. Auch die Beantragung von Leistungen soll erleichtert werden. Eine neue Entwicklung soll es auch in der Ausbildung von Pflegekräften geben. Die Ausbildung soll modernisiert und besser vergütet werden.

Februar: Der Prozess gegen die Pflegemafia

Das Landesgericht Düsseldorf hat gegen die sogenannte „Pflegemafia“ Freiheitshaftstrafen von zwei bis sieben Jahren verhängt. Wegen Bandenbetrugs und Geldwäsche wurden die neun Angeklagten verurteilt. Nur wenige Pflegebedürftige haben durch die Angeklagten die Behandlung bekommen, die von Ärzten verordnet wurde. Die nicht erbrachten Dienstleistungen wurden jedoch trotzdem bei den Krankenkassen und Sozialämtern von Düsseldorf und Neuss abgerechnet, sodass ein Schaden von mindestens 4,7 Millionen Euro entstanden war.

Technische Entwicklung & Digitalisierung in der Pflege

Auch in der technologischen Entwicklung hat sich in diesem Jahr schon viel getan. Unter anderem wurde ein 2,5 cm dicker Schlauch vorgestellt, der sich innerhalb der Matratze befindet. Dieser ist in der Lage, die Atem- und Herzfrequenz der Patienten zu überwachen und bei Problemen das Pflegepersonal zu verständigen. Außerdem zeigt er an, falls ein Patient versucht sein Bett zu verlassen, damit die Pfleger den Patienten rechtzeitig vor einem Sturz bewahren können. Auch verschiedene Arten der Computerdiagnose wurden vorgestellt, mit denen eine gezieltere Behandlung durch Medikamente erreicht werden kann. Auch wenn Pharmaunternehmen Widerstand zeigen, könnte dies eine bahnbrechende Erneuerung in der Pflege bedeuten.

Mai: Nach wie vor Personalmangel in der Altenpflege

Die Bundesagentur für Arbeit in Hessen berichtet, dass es über sechs Monate dauert, um eine Stelle in der Altenpflege zu besetzen. Wenn es sich dabei um qualifizierte Arbeitskräfte handeln soll, müssen Pflegeheime bis zu acht Monate warten. In der Krankenpflege ist die Situation nur leicht besser. Hier warten Krankenhäuser in der Regel drei Monate auf eine Fachkraft. Zurzeit wird auch versucht Einwanderer als Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen, um die Situation in der Pflege zu verbessern.

Juni: Spahn bei „Hart Aber Fair“

In der Talkshow „Hart aber Fair“, moderiert von Frank Plasberg, versucht Gesundheitsminister Jens Spahn seinen Plan zu verteidigen 13.000 neue Pflegekräfte einzustellen, um den Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Dabei lässt er jedoch unklar, wie diese Stellen durch Pflegekräfte besetzt werden sollten, obwohl die Fachkräfte nicht existieren. In der Sendung schilderte die Altenpflegekraft Silke Behrendt die Probleme und die Überforderung in ihrem Berufsalltag. Behrendt wies Spahn darauf hin, dass die 13.000 versprochenen Stellen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein seien. Prognosen des Deutschen Pflegerats zufolge sollen bis zum Jahr 2030 alleine 200.000 Fachkräfte in der Altenpflege fehlen. Spahn, Gesundheitsminister seit März, stößt damit nicht zum ersten Mal auf Kritik.