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Ein Roboter, der sich um pflegebedürftige Menschen kümmert? Das klingt zunächst nach einer kühlen, unmenschlichen Abfertigung der zu pflegenden Person. Doch Roboter in der Pflege sind nicht als Ersatz für menschliche Nähe gedacht, sondern als Hilfestellung für das Pflegepersonal.

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird stark wachsen

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Die Geburtenraten sinken und zugleich steigt die Zahl der älteren Menschen mit hoher Lebenserwartung stetig an. Einer Prognose nach wird bis zum Jahr 2050 die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland auf etwa 4,5 Millionen wachsen. Zugleich ist ein Mangel an Pflegekräften zu befürchten, der sich bereits heute abzeichnet. Um die steigende Zahl Pflegebedürftiger fachgerecht zu betreuen, muss das Pflegepersonal entlastet werden. Dies könnte durch den Einsatz von Robotern geschehen.

Roboter als Werkzeug, nicht als Ersatz

Die Sorgen vieler der Einsatz von Robotern in der Pflege führe zu einem Verlust der Menschlichkeit im Umgang mit Alten und Kranken, ist nicht unberechtigt.

Jedoch sind die Roboter nicht als Ersatz für den pflegenden Menschen gedacht, sondern als technisches Hilfsmittel, das es dem Pflegepersonal möglich macht Routineaufgaben an die helfenden Roboter abzugeben.

So würde mehr Zeit für die nötige Zuwendung und Pflege gewonnen, die Menschen in Pflegeeinrichtungen brauchen.

Die Pflege hat oftmals gesundheitliche Auswirkungen auf das Pflegepersonal, die ihnen ihre Arbeit mit den Menschen erschweren oder sogar unmöglich machen. Dieses Szenario könnte verhindert werden, wenn beispielsweise beim Heben einer Person ein Roboter zum Einsatz käme, der den Menschen aus dem Bett hebt und in einen Rollstuhl setzt. Unterdessen hat die Pflegeperson Zeit sich ohne Stress anderen Dingen zuzuwenden. Ein Roboter wäre in der Lage die Aufgaben im Pflegealltag zu übernehmen, die den Pfleger oftmals von der wichtigsten Komponente seiner Arbeit ablenken: Den Menschen und dessen Bedürfnis nach Ansprache und Zuwendung, sowie der gesundheitlichen Versorgung.

Erste Versuche mit Robotern liefern positive Resultate

In Japan sind bereits viele Roboter in der Pflege im Einsatz, da gerade in Japan die Lebenserwartung der Menschen sehr hoch ist, aber auch dort die Zahl der Pflegekräfte zu gering ist, um den Pflegebedürftigen auf Dauer gerecht zu werden. Aus dieser Notwendigkeit heraus wird dort inzwischen in vielen Einrichtungen mit Service- und Zuwendungsrobotern gearbeitet, um die Menschen zu betreuen.

Erste Versuche in Deutschland zeigen ebenfalls positive Ergebnisse auf. So ist zum Beispiel die Roboter-Robbe namens Paro in einigen Altenheimen im Einsatz. Paro verfügt über ein weiches Fell und hat im Inneren Sensoren und Computer, die unterschiedliche Berührungen der Robbe auswerten und diese darauf entsprechend reagieren lassen. Man spricht bei Paro von einem Zuwendungsroboter, der unter anderem bei Menschen mit Demenz zum Einsatz kommt. Durch seine Stimmerkennung, kann er bestimmte Interaktionen einer Person zuordnen und sich sozusagen daran erinnern, wenn diese Person sich erneut mit ihm beschäftigt. So wird die emotionale Arbeit mit den Menschen unterstützt. Er dient je nach individueller Situation als Ergänzung oder auch als alternative Möglichkeit der Behandlung.

Ein Zugewinn für die Pflege

Zwar sind Bedenken bezüglich der Roboter im Umgang mit älteren Menschen berechtigt, doch in erster Linie muss man sich Pflegeroboter vorstellen wie ein technisches Küchengerät: Es erleichtert uns die Arbeit, nimmt sie uns aber nicht komplett ab. Die Roboter sollen ebenso eingesetzt werden. Als Hilfsmittel, um dem Pflegepersonal bestimmte Arbeiten zu erleichtern oder abzunehmen, damit sie sich auf den Menschen konzentrieren können. Eine „Entmenschlichung“ der Pflege ist nicht zu befürchten, solange Angehörige, Verantwortliche und Pfleger die wichtigen Werte im Umgang mit Menschen nicht vergessen.