Ob mit Kollegen oder Pflegebedürftigen – Kommunikation und Interaktion mit verschiedensten Menschen gehören zum Berufsalltag einer Pflegekraft. Aber was ist mit den kleinen Plaudereien zwischendurch? Nicht jedem fällt es leicht, Small Talk zu machen. Der eine fühlt sich unwohl dabei, dem anderen sind solche Gespräche zu oberflächlich. Welchen Wert Small Talk aber besonders in der Pflege haben kann und wie man ihn erlernt, erfahren Sie hier.

Small Talk – eine oft unterschätzte Fähigkeit

Der sogenannte Small Talk hat vielerorts den Ruf, nur oberflächliches Geplauder über das Wetter zu sein – zu Unrecht. Das Wetter gehört zwar zu den beliebten Einstiegsthemen des Small Talks, aber dazu später mehr. Die Bezeichnung „Small Talk“ sagt bereits aus, worum es im Kern geht: Das „kleine Gespräch“, also das nette Plaudern und die ungezwungene Konversation zwischen zwei oder mehr Personen.

Oberflächliches Geplauder oder steckt mehr dahinter?

Die Themen des Small Talks sind tatsächlich oft oberflächlich, erfüllen jedoch genau deswegen ihren Zweck: Sie erleichtern den Einstieg in ein Gespräch und können wahre Eisbrecher sein. Es geht darum, eine gemeinsame Gesprächsbasis mit dem Gegenüber zu finden. Darüber lernt man sich auf einer ungezwungenen Ebene kennen. Außerdem ist der Small Talk wichtig für die Kontaktpflege.

Small Talk in Pflegesituationen

Typische Situationen, in denen Small Talk gefordert ist, sind überall im Alltag zu finden, vom Treffen der Nachbarn an der Haustür, über den Partybesuch bis hin zu zufälligen Begegnungen mit Bekannten in Bus oder Bahn oder dem Aufzug. Aber auch konkret im Pflegealltag gibt es Situationen, in denen Small Talk gefordert ist – mit Kollegen bei der Kaffeepause, den Angehörigen auf dem Flur, oder dem Pflegebedürftigen während man das Essen bringt.

Insbesondere gegenüber einem Pflegebedürftigen kann ein lockeres Gespräch den Kontakt sehr erleichtern und eine wertvolle Basis für eine gute Beziehung bilden. Eine kurze Unterhaltung über das Fernsehprogramm, die Fotos auf dem Nachttisch, aktuelle Sportereignisse, Essgewohnheiten und ja, auch über das Wetter, lenkt die Patienten kurz von ihrer Krankheit ab und gibt die Gelegenheit, sie besser kennenzulernen. Häufig ergeben sich darüber auch Gespräche über ernstere Themen, die die Beziehung vertiefen.

Small Talk in der Pflege lernen

Für viele Menschen ist Small Talk ein notwendiges Übel und sie fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie in typische „Small Talk Situationen“ kommen. Doch die gute Nachricht: Man kann Small Talk lernen! Die erste wichtige Voraussetzung beherrscht jeder von uns: Ein freundliches Lächeln. Das macht sofort sympathisch und erleichtert jede weitere Situation.

Small Talk ist erlernbar und außerdem Übungssache

Generell gilt außerdem, sich zunächst immer positiv zu äußern. Lästern und negative Äußerungen oder Jammern über eigene Probleme wirken nicht gerade sympathisch und bringen selten ein gutes Gespräch in Gang. Im schlimmsten Fall gerät man mit negativen Äußerungen zu einem Thema gerade an die falsche Person und so ein Einstieg ist selten wieder auszubügeln.

Mit offenen Fragen (also Fragen, auf die man nicht nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann) und aufmerksamem Zuhören hält man das Gespräch in Gang. Beenden kann man den Small Talk im Pflegekontext oft auf natürliche Weise, wenn die Tätigkeit abgeschlossen ist oder einfach die nächste Aufgabe ruft. Dann kann man sich freundlich entschuldigen und das Gespräch neutral beenden.

5 Themen für den Einstieg

Das schwierigste am Small Talk ist meist, einen geeigneten Einstieg zu finden. Hier hilft es, sich bestimmte Strategien und Themenbereiche zurechtzulegen, um eine gute Grundlage für das Plaudern zu legen. Folgende fünf Themenbereiche eignen sich zum Beispiel sehr gut:

  1. Das Wetter. Tatsächlich ist das Wetter durchaus ein legitimes Small Talk Thema – und das Reden über das Wetter kann sehr ergiebig sein.
  2. Urlaub. Über Urlaube oder Ausflüge spricht jeder gern. Vielleicht gibt es ein Foto oder Postkarten für den Gesprächsansatz.
  3. Geliebte Menschen. Gemalte Bilder von Enkeln, Fotos von Familienangehörigen – an diesen persönlichen Gegenständen lässt sich viel ablesen. Freundlich danach zu fragen, bringt oft ein sehr positives Gespräch ins Rollen.
  4. Hobbys. Über Interessen und Hobbys lässt sich sehr gut sprechen. Auch hier sind persönliche Gegenstände oder Fotos ein gutes Indiz und die Vorlage für ein Gespräch.
  5. Sport. Aktuelle Sportereignisse sind immer ein guter Aufhänger für ein Gespräch, denn hierzu kann fast jeder ein paar Sätze sagen, auch ohne großer Sportfan zu sein.

Small Talk in der Pflege lohnt sich

Small Talk ist nicht einfach nur ein oberflächliches Geplauder zur Überbrückung von peinlichem Schweigen. Das kleine Gespräch erfüllt vielmehr wichtige Funktionen in der zwischenmenschlichen Beziehung: Es ist Eisbrecher, Beziehungsaufbau und Kontaktpflege in einem. Deshalb lohnt es sich, Small Talk zu lernen und sich bewusst in typische Small Talk Situationen zu begeben, um es zu üben. Wie bei so vielem gilt auch hier: Übung macht den Meister!