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Der Pflegeberuf ist körperlich wie emotional sehr fordernd. Nicht nur durch Stress und Schichtdienst werden Pflegekräfte in hohem Maße beansprucht. Die Medien zeichnen oftmals ein wenig positives Bild des Berufsfelds und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass viele Negativberichte zutreffend sind. Dennoch präsentiert eine Studie der Asklepios Kliniken eine deutlich positivere Darstellung. Aber inwieweit stimmt diese wirklich mit den Ansichten der Pflegekräfte überein?

Überwiegend zufriedene Pflegekräfte

Die in Hamburg durchgeführte, repräsentative Studie spricht von einer Zufriedenheit von 96 Prozent aller Pflegekräfte was ihre Anstellung betrifft. Diese Zufriedenheit setzt sich, laut Studie, für 86 Prozent der Probanden vor allem aus dem Gefühl zusammen, einer wichtigen und nützlichen Arbeit nachzugehen. Hinzu kommt der Aspekt gebraucht zu werden.

Daher gehen 70 Prozent ihrem Beruf gerne nach und ein Viertel der Teilnehmer empfindet Stolz eine Arbeit auszuüben, die in der Gesellschaft hoch angesehen ist.

Nur 9 Prozent der Befragten gaben an, derzeit ihren Job wechseln zu wollen. Zudem gründet sich, basierend auf den Befragungsergebnissen, die große Zufriedenheit auch in der positiven Work-Life-Balance, die ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privat- und Familienleben möglich macht.

Trotzdem empfinden etwa zwei Drittel die körperliche und emotionale Belastung als teils sehr hoch. Die Meisten der Befragten würden ihren Beruf jedoch wieder wählen und schätzen die hohe Sicherheit ihres Jobs.

So empfinden Pflegerinnen und Pfleger ihre Arbeit

Der Eindruck, den die Studie vom Pflegeberuf vermittelt, deckt sich wenig mit dem, was gemeinhin mit dem Pflegeberuf und dessen Bedingungen, sowie Auswirkungen auf Körper und Seele verbunden wird.

Viele Pflegekräfte finden, ihre Arbeit erfahre in der Gesellschaft zu wenig Anerkennung. Denn oft wird übersehen, dass Menschen in Pflegeberufen hochausgebildete Fachkräfte sind, denen anspruchsvolle Aufgaben zukommen, die direkt an Gesundheit und Leben eines pflegebedürftigen Menschen geknüpft sind. Diese Aufgaben gehen weit über Körperhygiene und Medikamentenvergabe hinaus. Empathie ist oft Grund dafür, einen Pflegeberuf zu erlernen. Helfen zu wollen und etwas Sinnvolles zu tun. Aber dazu ist neben körperlicher Arbeit auch ein großes Fachwissen nötig, was gerne übersehen wird.

Natürlich sind angemessene Löhne für einen derart wichtigen Beruf ein großes Thema, denn auch wer einer Berufung nachgeht, möchte dafür anständig vergütet werden. Viele mögen an ihrem Beruf, wie viel sie von den Pflegebedürftigen und der Arbeit mit Menschen zurückbekommen, doch das allein reicht nicht.

Es sind vor allem Dinge wie qualifizierte Vertretungen im Krankheitsfall wünschenswert, sodass man ohne schlechtes Gewissen ausfallen kann. Auch ausreichend große Teams, die mehr Zeit für die Betreuung einzelner Patienten erlauben, zählen für viele Pflegekräfte zu den Aspekten ihres Berufs, die sie vermissen. Ein geregelter Dienstplan, damit Familie und Freizeit nicht zu kurz kommen und die Batterien wieder aufgeladen werden können ist ebenfalls wichtig.

Ob die Ergebnisse der Studie zur Jobzufriedenheit in Pflegeberufen, basierend auf 250 Befragten, also tatsächlich für die meisten Pflegekräfte repräsentativ sind, bleibt fraglich.