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Meist kommt es schleichend. Man ignoriert einmal zu oft bestimmte Warnsignale von Körper und Geist und plötzlich wird einfach alles zu viel. Man fühlt sich überfordert, es mangelt an Energie und man weiß nicht mehr, wie die täglichen Aufgaben bewältigt werden sollen. Mit einer gezielten Suche nach den Ursachen, kann man dem jedoch entgegensteuern.

SO ENTSTEHT ÜBERFORDERUNG

Gerade in Berufsfeldern, in denen man mit kranken und sterbenden Menschen zu tun hat, ist bei der Arbeit viel Sensibilität und Empathie nötig. Die täglichen Aufgaben stellen auch eine emotionale Herausforderung dar. Dabei werden die eigenen Gefühle zugunsten der Arbeit oftmals verdrängt.

Wird die Verdrängung zum Dauerzustand, lassen gesundheitliche Auswirkungen nicht lange auf sich warten.

Die psychische Belastung steigt und führt im schlimmsten Fall zu einer Erkrankung.

Emotionaler Stress kann zu Überforderung führen und wer nicht zeitig die Reißleine zieht, wird selber krank und fühlt sich der eigenen Arbeit nicht mehr gewachsen. Anzeichen dafür sind häufig ein Verlust von Freude an der Arbeit, Erschöpfung – seelisch wie körperlich – oder gar Gefühle der Abneigung gegenüber den Patienten.

AUSWIRKUNGEN AUF DIE EIGENE LEISTUNG

Leider begleiten einen emotionale Belastungen auch noch nach Feierabend. Sie lassen sich schwer abstellen und werden ungewollt immer mit herumgetragen. So wird die Work-Life-Balance gestört, weil die mentale Belastung auch die Freizeit beeinträchtigt. Die Zeit, die eigentlich zur Erholung genutzt werden sollte, wird ebenfalls zur Belastung und man schafft es nicht mehr zur Ruhe zu kommen.

Zu wenig Schlaf, ein Mangel an Motivation und fehlende Energie wirken sich zunehmend  negativ auf die eigene Leistung aus und man findet sich in einem nicht enden wollenden Teufelskreis wieder. Dies kann schlimmstenfalls zu einem Burnout führen, dem völligen ausgebrannt sein. Aber soweit muss es gar nicht kommen.

BEKÄMPFUNG VON URSACHEN STATT SYMPTOMEN

Die Gründe für eine Überlastung sind sehr vielseitig. Einige Ursachen, wie Zeitdruck oder das Gefühl mangelnder Anerkennung, sind auf die Arbeitssituation zurückzuführen. Hier ist es besonders wichtig, dass Arbeitgeber eine entsprechend strukturierte Dienstzeitplanung einführen. Aber auch zu hohe Anforderungen an sich selbst, Probleme mit der Selbstorganisation oder mit hoher Emotionalität, können dazu beitragen.

Den Schlafmangel mit Schlaftabletten zu behandeln, kann gelegentlich für Linderung sorgen, hilft aber nicht dauerhaft die eigene Überlastung zu mindern. Um einer Überforderung vorzubeugen oder entgegen zu wirken, müssen die Ursachen gefunden und bekämpft werden. Nur dann ist eine Verbesserung der Situation möglich.

Sich selbst und anderen gegenüber einzugestehen, dass man an seine persönlichen Grenzen gestoßen ist, erfordert Mut. Niemand möchte gerne als schwach gesehen werden. Doch das Eingestehen der eigenen Überforderung ist der erste Schritt zur Besserung.

Ist Stress die Ursache, sollte man bewusster darauf achten Pausen zu machen. Viele kleine sind dabei meist effektiver als eine längere Pause. Auch Atemübungen können helfen. Man muss ganz bewusst wieder lernen abzuschalten. Liegt das Problem in der Arbeitsorganisation, hilft es, das Gespräch zu suchen und direkt anzusprechen wie belastend die aktuelle Situation ist. Wer Probleme hat emotional Distanz zu wahren, kann beispielsweise durch Fortbildungen lernen beim Umgang mit Patienten eine professionellere Distanz zu halten.

Ergänzend ist es wichtig, sich in Erholungsphasen ganz bewusst von allem frei zu machen, dass die Überforderung ausgelöst hat. Treffen mit Freunden zum Beispiel, bei denen man sich verbietet über die Arbeit zu sprechen, oder wieder mehr Dinge zu unternehmen, die Spaß machen und vielleicht in Vergessenheit geraten sind.

Die Möglichkeiten der Bekämpfung sind so vielseitig wie die Ursachen. Man horcht am besten tief in sich hinein, um die persönlichen Gründe der Überlastung herauszufinden. Dazu muss man sehr ehrlich mit sich selbst sein. Aber sind die Ursachen erstmal erkannt, kann man gezielt mit der Überforderung umgehen, anstatt nur Symptome zu bekämpfen und erlangt bald schon die eigene Balance wieder.