Bei den allermeisten Karnevalsfans endet die Begeisterung für die Narrenzeit nicht mit der Pflegebedürftigkeit. Aber die Feier stellt sowohl an die pflegebedürftigen Narren selbst als auch an Pflegerinnen und Pfleger sowie Angehörige besondere Ansprüche. Sie will daher durchdacht sein.

Bessere Planung, mehr Spaß

Bereits bei der Planung der Karnevalsfeier gilt es, die besonderen Bedürfnisse und Wünsche pflegebedürftiger Menschen zu berücksichtigen: Die Feier sollte z.B. nicht zu lang sein und gerade in Pflegeeinrichtungen nicht in den späten Abend ausgedehnt werden. Ein Zeitfenster zwischen dem Mittagessen und dem frühen Abend ermöglichst den meisten Bewohnern die Teilnahme. Vielleicht kann die Feier auch so gestaltet werden, dass es möglich ist, nur einzelne Teile zu besuchen. Wer mag, kann ja nach dem Abendessen noch weiter feiern.

Schon im Vorfeld können Dekorationen für die Feier bei Bastelstunden selbst angefertigt werden: Papierschlangen, bunte Untersetzer oder Windlichter gelingen einfach und schnell.

Angehörige sind bei solchen Feiern natürlich immer gern gesehen – wird daheim gepflegt, sollte das eigentlich selbstverständlich sein. Eine gemeinsame, schön dekorierte und auf den Anlass abgestimmte Mahlzeit versüßt den Tag für alle Teilnehmer. Eine Idee wäre zum Beispiel ein buntes Kaffeetrinken am Nachmittag mit dekorierten Faschingskrapfen, Muffins und Donuts – Diäterfordernisse sollten aber unbedingt berücksichtigt werden.

Festprogramm zusammenstellen

Karnevalsbräuche sind in ganz Deutschland regional unterschiedlich. Es beginnt schon bei der Bezeichnung: Karneval, Fastnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend oder Fasteleer – alle diese Begriffe bezeichnen die Feierlichkeiten vor der vierzigtägigen Fastenzeit vor Ostern. So bietet es sich an, die Bewohner bei der Sammlung der bekannten Bräuche mit einzubeziehen. In den Hochburgen der großen Rosenmontagsumzüge wie Köln, Düsseldorf oder Mainz und in der Umgebung ist es sicher gewünscht, die Umzüge als Auftakt zu den Feiern im Heim im Fernsehen anzusehen. Es können auch regional Faschingslieder gesammelt und vielleicht auch mit einem kleinen Chor einstudiert werden. Verkleidungen wie bunte Umhänge, Masken aus Papptellern oder Hüte können bereits in der Zeit vor Karneval vorbereitet und gemeinsam gebastelt werden.

Wer möchte, kann vielleicht einen kleinen Beitrag zum Fest beisteuern. Dies könnte zum Beispiel ein selbst vorgetragenes Gedicht oder eine kleine Büttenrede sein.

Bei der Vorbereitung können die Pflegekräfte tatkräftig unterstützen – im Internet finden sich zahlreiche gereimte Texte, die sich gut für einen karnevalistischen Vortrag eignen.

Beliebt sind auch kleine witzige Aufführungen der Pflegekräfte selbst. Das Programm kann mit Videos und bekannten Liedern zum Mitsingen ergänzt werden. Auch ein kleiner Wettbewerb mit kleinen Preisen, zum Beispiel „Wer hat den schönsten Karnevalshut?“ findet sicher großen Anklang, besonders, wenn auch die mitfeiernden Angehörige mit den selbst gebastelten Hüten ausgestattet werden.

Den Karneval in der Region einbeziehen

Besuche von karnevalistischen Tanzvereinen oder Kindergruppen aus der Umgebung, die im Rahmen der Feier ihre Kostüme zeigen und etwas aufführen, erweitern den Horizont und bringen ein Gefühl der Verbundenheit mit sich. Im besten Fall kann sogar der lokale Karnevalsprinz mit seinem Hofstaat eingeladen werden, der die Feier mit einem Tanz eröffnen könnte.

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