Pflegedokumentation ist vielen Pflegekräften oft ein Dorn im Auge – vor allem in den Ausmaßen, die derzeit bürokratisch gefordert sind. Wenn man aber die richtigen Tipps befolgt und die richtigen Fettnäpfchen meidet, lässt sich einiges an Zeit sparen.

Einmal reicht

Oft geht viel Zeit bei der Pflegedokumentation dafür verloren, Aspekte zu dokumentieren, die an anderer Stelle eigentlich bereits dokumentiert sind. Sind Pflegemaßnahmen bereits im Rahmen der Pflegeplanung schon ausreichend beschrieben? Dann müssen sie (anders als behandlungspflegerische Maßnahmen) nicht bis ins kleinste Detail noch zusätzlich in der Durchführungskontrolle beschrieben werden – abzeichnen reicht in diesem Fall mit einem kurzen Verweis auf den Pflegeplan.

Ähnlich ist es mit Alltagsaufgaben: Geht es um Duschen und Baden, muss hier nicht der pflegerische Alltag jedes Mal aufs Neue detailliert aufgeführt werden. Lediglich Auffälligkeiten und Abweichungen von der Regel sollten festgehalten werden.

Generell gilt: Lieber einmal etwas Zeit aufbringen und durch die Bank klären, welche Maßnahmen wo aufgeführt werden müssen.

Wenn irgendwo Unklarheiten bestehen, kann man ruhig auch einmal mit etwas Nachdruck nachfragen. Die einmalige Zeitinvestition in klare Richtlinien bei der Pflegedokumentation kann später im Alltagsgeschäft von Tag zu Tag immer mehr und mehr Zeitersparnis mit sich bringen. Damit ist allen geholfen.

Es geht um die Infos

Die Pflegedokumentation ist dazu da, während der Pflegetätigkeit erfüllte Aufgaben nachzuweisen. Sie ist aber sicherlich nicht dazu da, der Welt neue hochwertige Meisterwerke der Literatur zu bescheren. Für die Praxis heißt das: Knapp formulieren reicht vollkommen aus. Wenn die Informationen stichpunktartig und ohne viele Füllwörter vermittelt werden, dann werden die Informationen vermittelt – Mehr ist nicht gefordert. Aber Vorsicht: Soweit treiben, dass solange der Pflegebericht dadurch für andere zu schwer lesbar wird, sollte man es auch nicht. Ein guter Tipp ist es, für Aspekte, die häufig in Pflegeberichten auftauchen, kurze und prägnante Formulierungen parat zu haben, die man dann immer wieder verwenden kann.

Kurz und prägnant heißt im Übrigen auch: Subjektive Einschätzungen sollten stets auf objektiven Beobachtungen beruhen. Und ganz wichtig: Wenn sich nichts ändert, muss man nicht aufzählen, was sich alles nicht ändert. Ist der Zustand eines Patienten relativ gleichbleibend, reichen regelmäßige Zusammenfassungen meist aus. Auch hier sollten vor allem Abweichungen von der Regel gesondert festgehalten werden.

Fehler kosten Zeit

So schwer es auch oftmals fällt, die Zeit für die Dokumentation zu finden: Zu lange vor sich herschieben sollte man sie auch nicht. Zum einen vergisst man häufig Details, wenn diese zu lang her sind, was im weiteren Verlauf Probleme mit sich bringt. Zum anderen kann eben jene Gefahr dazu führen, dass eine verspätete Dokumentation in der Praxis tatsächlich länger braucht als eine zeitnahe. Dokumentiert man direkt, ist die Erinnerung noch frisch und das Schreiben geht meist viel schneller von der Hand, als wenn man erst überlegen muss: „Was war da nochmal?“.

Wer sich nur auf auf Schnelligkeit konzentriert, macht mehr Fehler und ist am Ende oft sogar langsamer.

Außerdem gibt es natürlich Flüchtigkeitsfehler, die sich immer wieder mal einschleichen können: Ist das Datum richtig? Stimmt die Uhrzeit? Wenn handschriftlich dokumentiert wird (Was nach wie vor bei den meisten Pflegekräften der Fall ist): Ist es gut leserlich? Mit digitalen Dokumentationstools fällt diese mögliche Problemquelle natürlich weg. Generell gilt es bei der Pflegedokumentation einen Wahlspruch zu beachten, der branchenunabhängig immer wieder Anwendung finden sollte: „Work smart, not hard“.