„Der beste Freund des Menschen“ – Aber auch ein guter Begleiter für Pflegebedürftige? Diese Rollen können Tiere in der Pflege spielen.

Tiere in Pflegesituationen – In Deutschland und anderswo

Ob Tiere in Situationen der Pflegebedürftigkeit sinnvolle Helfer sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Länder, in denen sind Tiere in Pflegeeinrichtungen und Altenwohnheimen ausdrücklich willkommen und dürfen mitunter sogar dort gehalten werden. Deutschland gehört (mit wenigen Ausnahmefällen) nicht dazu – Wohl auch, weil man aufgrund hoher Hygienestandards hierzulande lieber auf Nummer sicher geht. Außerdem erscheint es zunächst seltsam, pflegebedürftigen Menschen Haustiere an die Seite zu stellen – Brauchen diese doch selbst ein gewisses Maß an Pflege. Es stellt sich also die Frage: Warum tun andere es Länder?

Positive Wirkung ist nachgewiesen

Dass Tiere heilende Wirkung auf Psyche und Geist haben können, gilt weitgehend als nachgewiesen. Oft werden besonders spektakuläre Beispiele wie das Schwimmen mit Delfinen als Therapie in den Medien genannt, aber bereits der regelmäßige Kontakt mit einem Haustier wie Hund und Katze tut sein Übriges.

Die Frage ist: Klappt das auch in der Pflege?

Zunächst mag man meinen, dass man, wenn man selbst pflegebedürftig wird, selbst niemanden mehr pflegen kann. Aber das ist voreilig. Wichtig ist, je nach Situation zu überlegen, ob ein bestimmtes Tier sinnvoll ist. Tiere bilden keine Urteile, sprechen alle Sinne an – Vor allem wohl den Tastsinn, was gerade beim Streicheln von Hund, Katze oder Kaninchen sehr beruhigend sein kann und super gegen Stress wirkt. Das Wichtigste dabei ist auch: Durch Tiere kann wieder das Gefühl erzeugt werden gebraucht zu werden. Haustiere gestalten daher nicht nur den Alltag mit, sondern stiften vor allem auch Sinn.

Hygiene ist meist kein Problem

Natürlich – Gerade, wenn es um pflegebedürftige Menschen geht, machen sich manche Pflegekräfte Sorgen, dass Haustiere den Hygieneansprüchen im Weg stehen. Und natürlich gibt es hier einige Dinge zu beachten: Vor allem Impfungen bei den Tieren sind noch wichtiger als sie es ohnehin schon sind und selbst dann ist eine ärztliche Beratung ratsam, um Krankheiten vorzubeugen. Aber wenn die pflegebedürftige Person nicht aus speziellen Gründen besonders anfällig für Infektionen ist, reicht die richtige Sorgfalt bereits völlig aus.

Kontakt mit Tieren – Aber richtig

Welches Tier mit seiner therapeutischen Wirkung das richtige ist, muss immer von Fall zu Fall entschieden werden. Katzen, vor allem Hauskatzen erfordern zum Beispiel weniger Aufwand als Hunde, aber es ist immer noch eine gewisse Beweglichkeit und Mobilität gefragt, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Weniger Ansprüche haben beispielsweise Fische in einem Aquarium, die trotzdem treue emotionale Begleiter sein können. Hunde sind in den allermeisten Fällen als festes Haustier ungeeignet, denn sie benötigen viel Aufmerksamkeit und bei eingeschränkter Mobilität kann tägliches Gassi gehen zum großen Hindernis werden. Aber der Hund muss ja nicht immer da sein: Vielleicht haben ja auch Angehörige Tiere, die gerne einmal bei der Pflege aushelfen würden und so einen einzigartigen Tag bescheren. Übrigens nicht nur für die pflegebedürftige Person und Angehörige, sondern auch tierliebe Pflegekräfte selbst.