aggressiv

Bei Demenzkranken und bei Patienten mit psychischen Erkrankungen tritt nicht selten sogenanntes „herausforderndes Verhalten“ aufgrund psychischer Verhaltenssymptome auf. Oftmals werden die Bewohner auch aggressiv. Neben den Pflegekräften im Heim werden auch Angehörige damit konfrontiert, jedoch ist es auch für die Betroffenen eine schwierige Situation. Der richtige Umgang mit diesem Verhalten ist daher wichtig, auch um sich selbst und die Patienten, sowie andere Bewohner, falls nötig, zu schützen.

Ursachen von aggressivem Verhalten

Das herausfordernde Verhalten, welches auch zu Aggression führen kann, kommt in unterschiedlichen Phasen der Demenzerkrankung und in verschiedenen Ausprägungen vor. Nicht selten kommt es zu Handgreiflichkeiten gegenüber Angehörigen oder Pflegepersonal. Für Angehörige ist dies wegen der hohen daraus resultierenden Belastung oftmals ein Grund den Betroffenen in ein Heim zu geben, weil sie sich dem Verhalten nicht mehr gewachsen fühlen.

Auslöser von dem Verhalten ist nicht immer eine grundlegende Aggression des Patienten, vielmehr kann es auch darin begründet sein, dass die Person sich mit bestimmten Situationen überfordert fühlt, ihre eigene Hilflosigkeit aufgrund der Demenz oder Erkrankung wahrnimmt und sich durch Unsicherheit und Angst in einer Art Abwehrhaltung befindet, die sich beispielsweise in Drohungen und auch Schlägen oder Tritten, sowie anhaltendem Schreien äußern kann.

So verhält man sich bei einer Konfrontation

Zunächst ist es wichtig herauforderndes Verhalten nicht auf sich persönlich zu beziehen. Dazu versetzt man sich am besten in den Patienten und führt sich vor Augen, dass die Person auf jemand anderen wütend ist, dass sie Angst hat oder sich überfordert fühlt. Je nachdem was über das Leben des Betroffenen bekannt ist, erschließt sich manches Verhalten möglicherweise daraus und bietet die Möglichkeit entsprechend auf den Patienten einzugehen und zu reagieren.

Bei Androhung von Gewalt ist es wichtig sich selbst zu schützen und gegebenenfalls andere Personen, wie Heimbewohner oder Angehörige, die sich in der Nähe befinden.

Daher sollte man den Demenzkranken gut im Blick behalten, um seine Reaktionen einschätzen zu können und währenddessen unbedingt Ruhe bewahren und mit ruhiger Stimme sprechen, um eine Eskalation zu vermeiden. Es hilft auch den Namen der Person zu nennen.

Das Verhalten des Patienten sollte nicht als zielgerichtet gewertet werden, da Betroffene die Folgen ihres Verhaltens oftmals nicht mehr einschätzen können. Aus diesem Grund sind Apelle und Bitten häufig wirkungslos. Ablenkung, indem man dem Patienten etwa anbietet, wie beispielsweise ein Getränk, können hilfreich sein und die Situation entschärfen. Unbedingt zu vermeiden sind Gesten, die als Drohgebärde verstanden werden können und auch Sarkasmus oder verbale Drohungen. Stattdessen sollte man mit Empathie auf die Person eingehen.

Je nach Situation ist es sinnvoll eine weitere Person aus dem Team hinzuzuziehen, denn unter Umständen verschwindet die Aggression, sobald man sich selbst nicht mehr im Blickfeld der Person befindet. Falls nötig verlässt man für kurze Zeit den Raum, bis sich der Patient beruhigt hat. Sich zu entfernen, hilft insbesondere bei ambulanter Betreuung, wenn diese alleine durchgeführt wird und man keine Möglichkeit hat einen Kollegen um Hilfe zu bitten.