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Im Arbeitsalltag kann es mal vorkommen, dass man sich scheinbar unüberwindbaren Aufgaben gegenübersieht. Das ist nicht schlimm, denn man kann schließlich nicht alles wissen. Es ist oft sinnvoller, Kollegen um Hilfe zu bitten und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Doch leider glauben viele, dass das Bitten um Hilfe im Kollegium als Zeichen von Schwäche interpretiert wird. Daraus entsteht eine Scheu, die gerade in Pflegeteams zur Belastung werden kann.

PROBLEME IM PFLEGEBEREICH

Ein ständiges Problem in der Pflege ist Zeitmangel. Weitere können entstehen, wenn neue Methoden den Weg ins Patientenzimmer finden oder neue Hilfsmittel integriert und etabliert werden sollen. Denn nicht jeder beherrscht ihre Handhabung sofort. Auch bei neuen Patienten mit unbekannten Krankheitsbildern kann Rat von Kollegen hilfreich sein. Im Umgang mit den Patienten können ebenfalls Probleme entstehen, denn jeder zu Pflegende ist so individuell wie sein Pfleger – manchmal resultieren daraus schwierige Konstellationen, bei denen bestimmte Kollegen die richtige Herangehensweise kennen.

Die Aufgaben von Pflegerinnen und Pflegern stammen aus vielen Bereichen: Kommunikation, Medizin und aus dem Sozialarbeit treffen zusammen und streifen manchmal auch die Psychologie. Experte in allen zugleich ist aber niemand.

Hilfe zu erfragen oder um Hilfe zu bitten ist schwer, aber woran liegt das? Zum einen fühlt man sich hilflos – vielleicht, weil sich der Irrglaube etabliert hat, dass es als Schwäche gilt, wenn man nicht alleine zurechtkommt. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es als besondere Stärke anerkannt wird, wenn man Dinge allein hinbekommt – möglichst schnell und ohne Hilfe von außen.

Aus diesem Irrglauben heraus entstehen oft Situationen, in denen Probleme selbstständig gelöst werden, obwohl das nur unter erhöhtem Aufwand und unter erschwerten Bedingungen möglich ist – was selten ein optimales Ergebnis erzielt.

HILFSBEDARF IST KEINE SCHWÄCHE…

Doch warum konkret ist es schwer um Hilfe zu bitten? Man muss Schwäche eingestehen, so scheint es. Hinterfragt man diesen Aspekt jedoch, wird schnell klar, dass es keine Schwäche ist, sondern vielmehr die Einsicht, dass man nicht verpflichtet ist alles zu wissen – Hilfe ist Unterstützung. Man muss sich klarmachen, dass man mit Unterstützung Probleme entweder schneller lösen kann, weil ein Kollege die Art Situation bereits gelöst hat oder man kann die Situation optimaler lösen, weil ein Kollege die Lösung des Problems kennt und sie aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Das spart Zeit und Nerven. In der Pflege muss eine Vielzahl von Aspekten bedacht werden und nicht jede Pflegerin oder jeder Pfleger kann alles wissen.

…ABER TEAMWORK EINE STÄRKE

In der Pflege arbeitet man in einem Team. Der Duden definiert als Team „eine Gruppe von Personen, die gemeinsam an einer Aufgabe arbeiten“. Näher beleuchtet bedeutet das, dass man nicht verpflichtet ist als Alleinkämpfer alles alleine zu lösen.

Es ist nicht nur sinnvoll gemeinsam an einem Problem zu arbeiten. Es ist auch angenehmer, wenn man nicht allein auf weiter Flur steht.

Gerade in der Pflege ist ein wichtiger Faktor die Zeit. Es scheint logisch: Wenn man selbst keine Zeit hat, dann haben die Kollegen oft auch keine. Das ist aber nicht so simpel, denn sich gegenseitig zu helfen, kann Arbeitsvorgänge so beschleunigen, dass am Ende sogar alle Zeit sparen. Eine Hand wäscht eben die andere. Man muss sich auch klarmachen, dass nicht nur die Pflegerinnen und Pfleger davon profitieren, sondern auch die zu Pflegenden – denn sie stehen immer im Fokus.