meinung-anderer-ueberbewerten

Uns Menschen ist viel daran gelegen dazuzugehören, weil wir sehr soziale Geschöpfe sind. Die meisten von uns haben Angst davor ausgegrenzt oder abgelehnt zu werden. Mit diesem sehr menschlichen, meist unterbewussten Verhalten geben wir aber zugleich ungewollt anderen Menschen eine gewisse Macht über uns. In der Gruppe fühlen wir uns sicherer als alleine. Das führt oft dazu, dass wir durch unser Bedürfnis dazugehören zu wollen die Meinung anderer höher bewerten als die eigene.

DARAN ERKENNT MAN, OB MAN ZU VIEL AUF DIE MEINUNG ANDERER GIBT

Ob es um das Aussehen geht, oder um die eigenen Ansichten, wer immer das tut, was andere von einem erwarten und sich daran orientiert welches Verhalten den geringsten Widerstand hervorruft, der zählt vermutlich zu denen, die das eigene Leben nach den Meinungen anderer Menschen ausrichten.

Auch die Angewohnheit nie „Nein“ zu sagen ist ein Hinweis darauf es anderen immer recht machen zu wollen.

Dieses Verhalten bei sich selbst zu erkennen, ist nicht immer einfach. Aber wer sich häufig Gedanken macht, was der Chef, die Kollegen oder gar Freunde von einem denken, zählt vermutlich dazu. Sich ständig zu fragen, ob alle zufrieden mit der eigenen Arbeit sind oder das zwanghafte Bedürfnis zu verspüren möglichst nicht negativ aufzufallen, sind weitere Anzeichen. Dadurch wird man gehemmt die eigene Meinung zu äußern und zu vertreten, was auf Dauer kein guter Zustand für das Selbstwertgefühl ist.

SO ÄNDERT MAN DAS EIGENE VERHALTEN

Aus diesem Verhaltensmuster auszubrechen ist nicht immer einfach, aber auch nicht unmöglich. Sinn und Zweck des eigenen Lebens ist es schließlich nicht so zu, wie andere es von einem wollen. Wichtiger ist, so zu leben wie es einem selbst guttut. Vielleicht wird man dann nicht von jedem positiv wahrgenommen, aber zumindest weiß man dann sicher, dass die Menschen, die einem zugetan sind einen so wertschätzen wie man ist.

Wer das tut was er will ohne sich an der Meinung anderer zu orientieren, führt das zufriedenere Leben. Das gilt auch im Job mit Chef und Kollegen, aber natürlich ist da das eigene Verhalten bis zu einem gewissen Grad anzupassen, um ein gutes Klima zu erhalten. Jedoch nie zum Preis der Selbstaufgabe. Es gibt Situationen, in denen es wichtig ist mehr auf die eigene Meinung zu geben, als auf die anderer und sobald man einmal erkannt hat in welchen Szenarien man dazu neigt die eigenen Ansichten in den Schatten zu stellen, kann man beim nächsten Mal bewusst dagegen arbeiten.

Je häufiger man dies tut, desto einfacher wird es schließlich das Muster aufzubrechen und die Meinung anderer, trotz aller Ängste vor Alleinsein und Ausgrenzung, nicht als Wegweiser für das eigene Leben zu sehen