bettruhe

Es ist unvermeidlich: Ein Niesen hier, ein Husten da und schon hat es uns so richtig erwischt. Gerade während der kühleren Jahreszeiten trifft es uns und wir werden krank. Da ist es gut zu wissen, welche Rechte und Pflichten eine Krankmeldung mit sich bringt.

WANN GILT MAN ALS ARBEITSUNFÄHIG?

Man gilt immer dann als arbeitsunfähig, wenn man aufgrund der Erkrankung nicht mehr in der Lage ist seine Arbeit vernünftig auszuüben oder der Tätigkeit nicht mehr nachgehen kann, ohne damit eine Verschlechterung des eigenen Gesundheitszustandes zu bewirken. Je nach Berufsfeld sind Erkrankungen oder Verletzungen natürlich unterschiedlich zu werten was die Befähigung betrifft zu arbeiten.

Mit einem gebrochenen Bein lässt sich kaum eine handwerkliche Tätigkeit bestreiten. Wer jedoch im Büro arbeitet, kann dies auch mit einem Gipsbein tun.

MYTHOS: BETTRUHE

Irrtümlich wird meist angenommen eine Krankmeldung beim Arbeitgeber verpflichte dazu den Tag im Bett zu verbringen und das Haus nur ja nicht zu verlassen.

Bei einer Grippe mag das zutreffen. Ist aber beispielsweise eine psychische Erkrankung der Grund für eine Krankschreibung, ist es sogar angebracht um der Genesung willen etwas außer Haus zu unternehmen, um auf andere Gedanken zu kommen.

Grundsätzlich gilt: Man darf während einer Krankschreibung alles machen, solange die Genesung davon nicht beeinträchtigt wird. Dazu zählen Unternehmungen wie Spaziergänge, Sport oder auch die Arbeit im eigenen Garten. Einzig das Arbeiten für einen anderen Arbeitgeber ist selbstverständlich nicht erlaubt.

DIESEN PFLICHTEN MUSS MAN IM FALLE EINER KRANKMELDUNG NACHKOMMEN

Als Arbeitnehmer ist man an bestimmte Pflichten gebunden, sobald eine Arbeitsunfähigkeit auftritt:

  • Am ersten Tag der Krankmeldung ist der Arbeitgeber umgehend vor Arbeitsbeginn und auch vor dem Arztbesuch über die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer der Erkrankung in Kenntnis zu setzen. Dies kann per Telefon, E-Mail oder auch per SMS erfolgen.
  • Überschreitet die Dauer der Erkrankung 3 Tage, so ist dem Arbeitgeber bei Beginn des 4. Tages eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, bzw. ein Attest, vom Arzt vorzulegen.
  • Es steht dem Arbeitgeber zu, bereits am ersten Tag einer Krankmeldung ein Attest zu verlangen. Der Chef kann hierbei individuell festlegen von welchem Mitarbeiter er dies verlangt. Dazu reicht bereits der Verdacht, dass ein Mitarbeiter häufiger „blau macht“.

EINE KRANKMELDUNG BRINGT AUCH RECHTE FÜR DEN ARBEITNEHMER MIT SICH

Ganz klar hat man als Arbeitnehmer auch Rechte wenn man krank ist:

  • Besteht das Arbeitsverhältnis bereits länger als einen Monat, so steht dem Arbeitnehmer eine Entgeltfortzahlung in voller Höhe für ganze 6 Wochen zu, sofern seine Arbeitsunfähigkeit nicht durch Selbstverschulden entstanden ist (z.B. Verstoß gegen Unfallvorschriften oder betriebliche Verhaltensregeln).
  • Dauert die Krankmeldung länger als 6 Wochen, so kann der Arbeitnehmer weitere finanzielle Leistungen beantragen (z.B. Krankengeld, Verletztengeld oder Übergangsgeld bei Wahrnehmung einer medizinischen Rehabilitationsmaßnahme).
  • Fällt die Erkrankung in den Urlaub, so darf die Krankmeldung nicht vom Jahresurlaub abgezogen werden, wenn für die Dauer eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegt. Die Urlaubstage können dann zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden.

WICHTIG:

Krankmeldungen können auch Grund für eine Kündigung sein. Dazu müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Häufige Erkrankungen sind noch kein Kündigungsgrund. Stellt aber der Arbeitgeber fest, dass ein Mitarbeiter auffallend viele Kurzerkrankungen hat (ab 45 Tagen pro Jahr), so ist er berechtigt den Mitarbeiter zu kündigen. Auch lange Erkrankungen, die über 2 Jahre dauern, können Grund für eine Kündigung sein. In diesem Fall geht der Arbeitgeber davon aus, dass eine Genesung unwahrscheinlich ist. Um einer krankheitsbedingten Kündigung zu widersprechen, kann man innerhalb von 3 Wochen eine Kündigungsschutzklage einreichen.