pflegefremde_tätigkeiten

Das Pflegepersonal in den Pflegeheimen ist meist stark ausgelastet und vielerorts herrscht Fachkräftemangel. Das bedeutet eine besonders hohe Belastung der angestellten Mitarbeiter, da diese sich pro Kopf um weitaus mehr Patienten kümmern müssen. Das verkürzt die Zeit mit den einzelnen Pflegebedürftigen, aber auch andere Tätigkeiten nehmen Zeit in Anspruch, die in einigen Pflegeheimen in der Betreuung der Patienten fehlt.

Was versteht man unter pflegefremden Tätigkeiten?

Unter pflegefremden Tätigkeiten versteht man patientenferne Tätigkeiten, also alle Aufgaben, die neben der Arbeit direkt am und mit dem Patienten übernommen werden.

Das können beispielsweise administrative Aufgaben sein, aber auch die Dokumentation zu einzelnen Patienten zählt dazu. Das pflegerische Fachpersonal dokumentiert Vorgänge und Gesundheitszustände der einzelnen Patienten, kann sich aber natürlich während dessen nicht um Patienten kümmern.

Auch organisatorische Aufgaben wie Hol- und Bringdienste können zu den Aufgaben zählen, die nicht patientennah ausgeführt werden.

Je nachdem kann dadurch pro Arbeitswoche 20% der Arbeitszeit für pflegefremde Tätigkeiten verbraucht werden.

Insgesamt ist nicht genau festgelegt, was zu pflegefremden Tätigkeiten zählt, da diese auch abhängig vom Betrachter sind. Beispielsweise wird das Abräumen nach der Essensausgabe teils als patientenferne Aufgabe gesehen, welche die Pflegekräfte von Ihrem Kerngeschäft abhält, während andere der Ansicht sind, leere Tabletts müssten durch das Pflegepersonal statt von Hilfskräften entfernt werden, damit geprüft werden könne, ob der Patient ausreichend isst.

So nutzt das Delegieren pflegefremder Tätigkeiten der Pflegeeinrichtung

Damit die Pflegekräfte sich auf ihr Kerngeschäft, also der Arbeit am Patienten, wie zum Beispiel der Beatmungspflege, widmen können, müssten pflegefremde Aufgaben, die nicht zwingend vom Pflegepersonal durchgeführt werden müssen, an Dienstleister oder Hilfskräfte, beziehungsweise Assistenzpersonal abgegeben werden.

Leider ist dies schwierig, da bislang keine eindeutige Regelung besteht, was als pflegefremde Tätigkeit zu werten ist. Zudem fließt der Arbeitsvertrag und die darin festgelegten Tätigkeitsfelder mit ein, wenn es um die Regelung der Aufgabenverteilung geht. Dies kann von Unternehmen zu Unternehmen stark variieren.

Grundsätzlich sind Pflegekräfte, die nicht durch patientenferne Aufgaben von der Arbeit abgehalten werden, die sie ihrer fachlichen Qualifikation zufolge ausführen möchten, auch zufriedenere Mitarbeiter.

Pflegeheime, die bestimmte Aufgaben also an anderes Personal oder Dienstleister delegieren, damit das Pflegepersonal sich auf das Kerngeschäft konzentrieren kann, dürften so vermutlich nicht nur zufriedenere Mitarbeiter haben, sondern auch eine höhere Qualität was die eigentliche Pflegeleistung betrifft.