In einer Woche ist Heiligabend! Für viele Menschen heißt das: Urlaub, ein paar freie Tage mit der Familie genießen, vielleicht anschließend über Silvester wegfahren. Nicht so im Pflegejob – hier kann die Arbeit nicht einfach für ein paar Tage ruhen, Pflegebedürftige müssen auch an Weihnachten und Silvester versorgt werden. Wie ist das Ganze geregelt und wie kann man die Feiertage auf der Arbeit schön gestalten?

Arbeiten an Weihnachten nicht nur in der Pflege

Nicht nur im Pflegejob wird an Weihnachten und anderen Feiertagen des Jahres gearbeitet. Dies betrifft eine ganze Reihe von weiteren Berufen, z.B. Arbeiter in Energie- und Versorgungswerken, Not- und Rettungsdienste, Polizei, Feuerwehr, aber auch Rundfunk und Presse. Im zehnten Paragraph des Arbeitszeitgesetzes sind 16 Berufszweige aufgeführt, die an Sonn- und Feiertagen nicht automatisch frei haben.

Die Regelung lautet, dass die Arbeit an Feiertagen durch Ersatzruhetage ausgeglichen wird: Innerhalb von zwei Wochen, wenn es sich um einen Sonntag handelt, innerhalb von acht Wochen bei Feiertagen unter der Woche. Grundsätzlich liegt das gesetzliche Minimum bei 15 freien Sonntagen im Jahr.

Gerade Weihnachten und Silvester sind für viele besondere Feiertage, die sie gerne freihaben würden.

Laut dem Bundesamt für Statistik arbeiten rund 5 Millionen Menschen regelmäßig an Sonn- und Feiertagen. Die beiden Weihnachtsfeiertage am 25. und 26. Dezember sowie Neujahr am 1. Januar bilden hier als gesetzliche Feiertage keine Ausnahme. Doch insbesondere diese Feiertage zum Jahreswechsel haben für viele Menschen eine besondere Bedeutung, weshalb sie gerne freihaben würden. Hier gilt es daher, zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben intern eine faire Regelung zu finden.

Interne Planung und Organisation der Feiertage

In manchen Betrieben wird das Arbeiten an Feiertagen mit Zulagen belohnt, was jedoch für viele Arbeitnehmer nur ein kleines Trostpflaster ist. Der wichtigste Aspekt bei der Planung, wer an welchen Tagen arbeitet, ist daher ein faires Mitspracherecht. Empfehlenswert ist, sich im Team untereinander abzusprechen und den Feiertagsplan gemeinsam zu organisieren. So kann den meisten Wünschen entsprochen und die ganze „Dienst-Tauscherei“ im Anschluss vermieden werden. Die Leitung freut sich außerdem über so einen konkreten Vorschlag.

Faires Mitspracherecht für alle und Absprachen im Team erleichtern die Planung.

Hilfreich ist zum Beispiel eine Liste darüber, wer lieber an Weihnachten und wer lieber an Silvester arbeiten würde. Manchmal ergibt sich der Dienstplan daraus ganz von allein, manchmal muss mit Rücksprachen oder fairen Regelungen nachgeholfen werden. Doch es gibt ganz unterschiedliche Gründe, an welchem Feiertag man am liebsten freihätte oder eben auch nicht. Das Wichtigste ist, hier nicht mit vorschnellen „logischen“ Gründen zu argumentieren, wer wann warum arbeiten sollte, sondern jedem die Möglichkeit zu geben, sich frei zu äußern.

Eine schöne gemeinsame Zeit auf der Arbeit

An Feiertagen wie Weihnachten zu arbeiten kann durchaus auch Vorteile haben. Denn in den meisten Fällen kehrt zu diesen Tagen eine gewisse Ruhe und Entspannung ein. In der ambulanten Pflege merkt man das vor allem auf den Straßen, im Heim werden viele Bewohner über die Feiertage von ihren Familien zu sich geholt. Daraus ergibt sich oft die Gelegenheit, mit den anwesenden Pflegebedürftigen mehr Zeit zu verbringen.

Diese sind sich zudem oft darüber bewusst, dass „ihre“ PflegerInnen (egal ob ambulant oder stationär) an solchen Feiertagen trotzdem für sie da sind und sind umso dankbarer für die Zuwendung und Pflege. Und das ist eins der schönsten Weihnachtsgeschenke.