Der Mangel an Fachkräften in der Pflege bleibt zentrales Thema in Deutschland. Aktuelle Hoffnung: Neues Pflegepersonal aus dem Ausland.

Ablehnende Haltung wird abgelegt

Rund 50 % der Arbeitgeber in der Pflege zogen es lange nicht in Erwägung dem Mangel an Pflegekräften mit einem Einsatz von Fachkräften aus dem Ausland zu begegnen. Die Arbeitgeber bemängelten zudem, dass das Anwerben zu kompliziert sei, aber auch mangelnde Sprachkenntnisse möglicher Kandidaten.

Kulturelle Vielfalt in der Pflege ist wichtig.

Viele Arbeitgeber nannten zudem Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme und mangelnde Kenntnisse der notwendigen Verfahrensschritte als Grund. Weniger relevant wurden mangelnde Fachkenntnisse und Schwierigkeiten bei der Bewertung der Abschlüsse als Grund angegeben. Nur für rund 10% war das Anwerben von Fachkräften zu teuer oder die Anzahl interessierter Kandidaten zu klein.

Die Politik hat das Problem erkannt

Der Politik ist das Problem bekannt. Daher trat am 1. Juli 2013 das sogenannte Freizügigkeitsgesetz in Kraft, mit dem Zuwanderern ein leichterer Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht werden sollte. Das Gesetz umfasst zum einen die Länge der Ausbildung und die Kriterien, die die zu besetzende Stelle erfüllen muss. Eine Vorrangprüfung wurde für Pflegekräfte außer Kraft gesetzt, was bedeutet, dass deutsche Arbeitnehmer nicht bevorrechtigt angenommen werden müssen.

Qualifikation ausweiten

Ausländische Pflegerinnen und Pfleger können auch dann schon ihr Glück in Deutschland suchen, wenn ihre Qualifikation hier nur teilweise anerkannt wird. Sie haben dann 18 Monate Zeit, um Anpassungsqualifizierungen zu erarbeiten und so schließlich als ausgebildete Fachkraft dauerhaft Beschäftigung zu finden. Bereits während dieser 18 Monate darf aber schon im Pflegeberuf gearbeitet werden.

Viele Unternehmen fühlen sich mit der Rekrutierung ausländischer Pflegerinnen und Pfleger überfordert.

Es zeigt sich, dass besonders kleine Firmen schnell auf Hürden stoßen. Je größer die Firmen, desto professioneller ist die Personalabteilung und desto mehr Erfahrung haben die Mitarbeiter bei der Handhabung etwaiger Gesetze und dem Umgang damit.

Bei Betrachtung der gegenwärtigen Situation auf dem Arbeitsmarkt und in Deutschland generell wird schnell klar, dass Zuwanderung nicht nur ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel ist. Die kulturelle Vielfalt in Deutschland nimmt immer mehr zu und auch die Bevölkerung mit Migrationshintergrund altert. Deshalb wird Kulturelle Vielfalt auch bei Pflegepersonal immer wichtiger. Je vielseitiger die Mitarbeiter eines Pflegeunternehmens aufgestellt sind, desto besser kann man den individuellen oder speziellen Wünschen der Kunden entsprechen – es profitieren alle Beteiligten.

Firmen sind mehrheitlich zufrieden

Firmen, die ausländische Pflegekräfte beschäftigen, sind mehrheitlich zufrieden. Im direkten Vergleich zu den einheimischen Arbeitskräften fällt besonders auf, dass die Einsatzbereitschaft gleich oder besser ist. Nur 6% der Befragten Unternehmen bewerteten diese als schlechter. Auch Sozialkompetenz und Fachwissen werden mehrheitlich sehr gut bewertet. Lediglich die Praxiserfahrung bei der Praxiserfahrung hapert es noch – Aber genau dort lässt sich relativ leicht Abhilfe schaffen – Eben dadurch, dass man ihnen die Gelegenheit gibt, eben diese Praxiserfahrung zu machen.